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Heaven And Hell – “The Devil You Know” (10.00 / 10)
Megadeth – “Endgame” (10.00 / 10)
The Ruins Of Beverast – “Foulest Semen Of A Sheltered Elite” (10.00 / 10)
The Ruins Of Beverast – “Rain Upon The Impure” (10.00 / 10)
Hadoken – “Luminary” (10.00 / 10)
MattRichtig gutes Review! Finde das Album insgesamt gesehen etwas unspektakulär, aber ansonsten sind THE OCEAN auf...
Gerald Oppermann… tolles Review zu einer aussergewöhnlichen Band! Interkulturelles Leben findet nämlich statt...
MattJo, ziemlich nichtssagendes Album. Nach diesem ganzen Hochgejubel überall dachte ich wirklich, hier kommt was...
Magazine
Melodic Death Metal
Keep Of Kalessin – “Reptilian”
Optimale Performance
Ein endlos anmutendes, allerdings durchaus dramatisch-zugespitztes Intro führt uns mitten hinein ins Terrarium, dorthin, wo wir nicht sein möchten, denn es wimmelt von Echsen, Waranen und Reptilien anderer Art. Riffing, tackerndes Schlagzeug und der typisch heisere Gesang erinnern uns an die Armada, welche uns hier ausgesetzt hatte. Alles tönt kolossal, ein wenig vertrackt, modern und zugleich atavistisch. Norwegisch eben. IN VAIN oder ISKALD kommen mir da in den Sinn.
Dann setzt es die bekannten Chöre. Bekannt, und nicht schlecht; dennoch, die Melodien der beiden Vorgänger waren mir nach kurzer Zeit zu anschmiegsam, die Drums zu sehr im Vordergrund und überhaupt, Langzeitwirkung stellte sich bei derart unterkühlter Musik nicht ein. Eigentümlich, wie Sterilität mehr und mehr Einzug in das schaffen der Norweger hält; es soll wohl Ausdruck der Moderne sein. 
Barren Earth – “Curse Of The Red River”
Tuonela – Traurigkeit der tausend Seen
Wenn die ehemaligen AMORPHIS-Haudegen Oppu Laine (Bass) und Kasper Mårtenson (Synthesizer) zusammen mit MOONSORROW-Drummer Marko Tarvonen, KREATOR-Axtmann Sami Yli-Sirniö, Janne Perttilä von RYTMIHÄIRIÖ sowie Vocalist Mikko Kotamäki von SWALLOW THE SUN eine neue Band zum Leben erwecken, ist einiges zu erwarten. BARREN EARTH nennt sich diese skandinavische Kombo, welche nach einer viel versprechenden EP nun mit “Curse Of The Red River” ihr Debüt veröffentlicht hat. 
Black Sun Aeon – “Routa”
Solo im Schnee
BLACK SUN AEON können vom Winter nicht lassen, im Gegensatz zu uns, die wir allmählich die Faxen voll davon haben. Nun gut, die Finnen sind als Eismänner bekannt und “Routa” huldigt der kalten Jahreszeit in Form eines 80-minütigen Doppelalbums. So wimmelt es in den Titeln von Schlagworten wie “Winter”, “Frozen”, “Ice”, “Cold”, “Funeral” und “Silence”. Garstige Growls werden neben klare, mit ein wenig hallendem Pathos versehene Vocals gemischt.
SWALLOW THE SUN sind komplexer, RAPTURE simpler, INSOMNIUM mehr Death Metal und THROES OF DAWN atmosphärischer. Und BLACK SUN AEON? 
Kalmah – “12 Gauge”
Babybecken im Lake Bodom (Finnischer Zucker V)
Die Finnen KALMAH sind eine produktive Band. Kaum hatten sie 2009 den Vorgänger “For The Revolution” veröffentlicht, war das neue Album mit dem seltsamen Titel “12 Gauge” auch bereits im Kasten. Die Band gehört sicher zu den talentierteren Melodic Death Metal Bands aus Suomi, keine Frage. Gern mischt sie Black- und Thrashelemente in ihre Musik; auch rockige, beinahe RAINBOW-artige Leads finden Eingang in das opulent arrangierte Liedgut.
Nachteilig macht sich jedoch immer wieder bemerkbar, dass KALMAH fortwährend mit den gleichen hektischen Growls aufwarten und es insgesamt an stringenten Hooklines fehlt. Sicher, die “Hatebreeder” ihrer Landsleute CHILDREN OF BODOM ist eine gute Vorlage, allerdings wird deren charismatische Überdrehtheit nicht erreicht. Und zudem kennen wir das Schema inzwischen, da es in den letzten zehn Jahren einfach zu viele Kopien der Kinder vom Bodensee gab. 
Catamenia – “Cavalcade”
Unentschieden (Finnischer Zucker IV)
Im Prinzip gilt für die Finnen CATAMENIA das Gleiche wie für ihre Landsleute KALMAH, welche hier in Kürze ebenfalls besprochen werden. CATAMENIA produzieren allerdings noch schneller Album für Album, das Neunte inzwischen. Mit der Zeit sind die Black Metal Aspekte melodischem Death Metal gewichen. Dazu mengen CATAMENIA noch seltsamste Klargesänge und beinahe Power Metal-artige Vibes sowie etwas Moderne in Form hektischen Riffgeschiebes.
Das neue Album “Cavalcade” ist kantig produziert, rasselt, fuhrwerkt durch sämtliche Stilmittel, welche wir bereits genauso von der Band gewohnt sind. 
Dark Tranquillity – “We Are The Void”
Zurück im Zaubergarten
Die Schweden DARK TRANQUILLITY habe ich erst mit ihrem experimentellen (und sträflich unterbewerteten) Album “Projector” kennen gelernt. Die aufgebotenen Klargesänge in Verbindung mit alter Schule, Rock und Death Metal gaben seinerzeit eine unverwechselbare Mischung ab. Mit dem melodischen “Haven” nahm die Band eine Kurskorrektur vor; Beinahe poprockige Melodien in Kontrast zu den Reibeisengrowls von Stanne war die Devise. “Damage Done” geriet wieder härter, schneller; mit “Character” und “Fiction” hielt dann eine gewisse Kälte Einzug in die Arrangements von DARK TRANQUILLITY, was u. a. auch auf Tue Madsen, den “neuen” Produzent, zurückzuführen war. 
Mnemic – “Sons Of The System”
Teil des Systems
“Modern Metal” ist eine furchtbare Genrebezeichnung. Sie suggeriert Moderne, wo keine ist. Sie bezeichnet sich als Metal und ist dennoch nichts weniger als das; vielmehr handelt es sich um holzschnittartigen Pop mit harschem Riffgeschiebe. Wie wäre es mit den Bezeichnungen “Marketing-”, “Ear Catching-” oder “Performed Metal”? Denn immerhin geben die Dänen MNEMIC ja im Titel “Sons Of The System” zu, Teil des Establishments zu sein. Und Nuclear Blast ist ja, wie wir wissen, ein Meister in der Produktion von derartigem Zeitgeist-Mainstream: stereotyp und am Fließband werden klinisch-sterile Klänge für den Schnellverbrauch, quasi musikalische Fast Food, auf den unersättlichen Markt geworfen, welche dann von entsprechenden Magazinen der Szene schon im Vorfeld als herausragend modern, innovativ, wegweisend bejubelt werden. 
Shaded Enmity – “Like Prayers On Deaf Ears”
Wintersturm
Die Sons of Seattle SHADED ENMITY machen nicht den für diese Region so typischen Indie-Rock. Nein, diese US-Boys sind der lebende Beweis dafür, dass es noch Bands gibt, die es verstehen, richtig guten melodischen Death Metal zu komponieren. Und der tönt auf dem Debut “Like Prayers On Deaf Ears” verspielt, stellenweise schwarzmetallisch, auf jeden Fall immer “fast and furios”. Der Gesang wird fein gefaucht, die Gitarren flirren, stets stürmen SHADED ENMITY vorwärts ins Getümmel.
Ähnlichkeiten zu ABLAZE MY SORROW, A CANOROUS QUINTETT und CHILDREN OF BODOM sind gegeben; SHADED ENMITY als Epigone zu bezeichnen wird der gebotenen Musik jedoch nicht gerecht. Denn SHADED ENMITY zelebrieren ihren ureigenen Stil, rasseln, sicheln und säbeln sich durch ihre melancholischen Melodien, ohne sich etwa Thrash-Riffs oder Power Metal-Licks zu bedienen. Die häufig praktizierten Grenzübergänge zu stürmischem Black Metal werden gekonnt in die opulenten Rasereien integriert. 
In Slumber – “Arcane Divine Subspecies”
…könnten viel besser sein!
Das Debut “Scars Incomplete” von IN SLUMBER gefiel mir seinerzeit ganz gut. Gefälliger, technisch ansprechend umgesetzter Death Metal mit Neunziger-Schlagseite wurde uns geboten, ohne dass die Band Core oder Modern Metal in ihren Klangkosmos integrierte, wie es zur Zeit leider Trend ist. “Arcane Divine Subspecies” nennt sich die neue Veröffentlichung der österreichischen Musiker aus dem THIRD MOON-Umfeld.
Nahezu alle 12 Songs bewegen sich im Viereinhalb-Minutenbereich; es fällt auf, dass holprige, gegrollte Strophenphasen im Refrain gerne mit AT-THE-GATES-Gefauche kontrastiert werden. Die Pole sind noch weiter auseinandergerückt: einerseits wird intensiver Old School aufgeboten, andererseits zeigen die Österreicher auch, dass sie Melodic Death mit Schwedenschlagseite spielen können. 
Disarmonia Mundi – “The Isolation Game”
Vorne SOILWORK, in der Mitte SOILWORK, hinten SOILWORK
Die Schweden DISARMONIA MUNDI sind eigentlich Italiener. Ettore Rigotti und Claudia Cardinale, äh Claudio Ravinale haben es sich seit einiger Zeit zum Ziel auserkoren, zusammen mit Speed, dem Sänger von SOILWORK, GENAU die gleiche Musik zu produzieren wie das schwedische Vorbild. Warum aber muss es nun schon eine SOILWORK-Coverband geben zu Zeiten, in denen SOILWORK noch existent sind?
Keine Ahnung. Jedenfalls, auch wenn Ettore und Claudio mehr Gesangsanteile übernommen haben, so klingt die Musik von DISARMONIA MUNDI auf “The Isolation Game” nach wie vor genau wie die Idole seit “Natural Born Killers”. Die typischen Loops, Keys, hektische Strophenphasen und weit ausholende Chorusse, eins-zu-eins von SOILWORK abgekupfert, lassen schnell Ratlosigkeit aufkommen. 
Sonic Syndicate – “Love And Other Disasters”
Zeitgeist – Teil 4 – Casting
Die Schweden SONIC SYNDICATE wirken nicht nur wie eine gehypte, nach äußerlichen Kriterien zusammengestellte Band aus dem privaten Frühabendfernsehen, sie sind auch eine. Schmalz, Kommerz, weibliche Bassistin, eine entsprechende Präsentation, eine Mixtur aus Pop, Rock, romantischen Klargesängen und butterweiche Ausflüge in MetalCore-Gefilde mit minimalen pseudoharten Abstechern in das, was einem Teenie als Death Metal zu verkaufen ist, sollen Erfolg garantieren und tun das ja auch, wenn man Nuclear Blast glauben darf. Nichts ist hier ohne Kalkül geschehen: Kleidung, Liveauftritte, Promotion, Eye Catcher, Merchandising, alle zwei Jahre eine CD etc. 
Shadows Fall – “Retribution”
Zeitgeist – Teil 3 – Baukastensystem
Unendlich langweilig tönen auch die US-Amerikaner von SHADOWS FALL. Warum? Weil sie seit ihrem Weggang von Roadrunner nun nur noch auf typischen US-Metal der Sorte TRIVIUM setzen. Dazu gibt es Growls, wie sie auch Chuck Billy in guten Momenten entäußern konnte. Akustikpassagen lassen blutigen Regen über unseren Häuptern niedergehen, Screams und Shouts zerhäckseln Melodien. Verwurstet wird, was Erfolg verspricht: an METALLICA erinnernde Soli, klirrende instrumentale Sequenzen der Sorte MEGADETH, Immer wieder Anklänge an TRIVIUM und alles, was sonst noch Würze verleiht, SLAYER dürfen da selbstredend nicht fehlen.
Scar Symmetry – “Dark Matter Dimensions”
Zeitgeist – Teil 2 – Reißbrett
Unendlich langweilig tönen die Schweden SCAR SYMMETRY seit Jahren. Mit einiger Ausdauer versehen, hauen uns diese Schweden immer wieder uninspirierten Klargesang der SOILWORK-Schablone in die armen Gehörgänge, besonders gern natürlich im Chorus. Dann wieder wird gegrollt zu elendem Riffgeschiebe, Licks, welche keine sind, nie welche sein werden. Soli von der Stange veredeln das Marketingprodukt. Verkauf, Vertrieb, Promotion.
Nuclear Blast betreibt mit diesem Ausverkauf auch den eigenen Abgang. Denn hier sind nicht Talente am Start wie 1996, sondern gehypte Pseudo-Emotion, Kunstprodukte, wobei der Schwerpunkt auf dem Wort “Produkt” liegt. Epigonen der Epigonen der Epigonen der Epigonen der… etc. Alles wirkt gleich poliert, gleich produziert, glatt gebügelt, selbst die Bandnamen sind austauschbar: SONIC SYNDICATE hauen in die gleiche Kerbe. Verwechseln erwünscht. 
Dark Age – “Acedia”
Zeitgeist – Teil 1 – Adipositas
Nun ja, so toll konnte die neue DARK AGE einfach nicht sein, wie es uns unser sympathisch-enthusiastischer Fanboy Jenseman von metal.de euphorisch jubelnd glauben machen wollte. “Acedia” bietet bereits mit dem Opener “Kingdome Nevercome” MetalCore-Stangenware mit Pop-Attitude; ähnlich IN FLAMES zuletzt wird auch auf “Devote Yourself To Nothing” agiert: zwischen den Stühlen, bloß nie zu weit in den dunklen Forst hinein, immer schön in luftig-lockeren Gefilden verbleibend. Die geschickt an seinem Schädel befestigte Karotte wird den Esel permanent im Kreis laufen lassen, ohne dass er sie je erreichen wird. Und immer lähmen soft einfallende Klargesänge das Tempo der Arrangements. Death Metal ist das nun überhaupt nicht mehr. Auch kein Dark Metal. Die wenig begeisternden Mainstreammelodien nehmen den Hörer sofort in beide Adipositas-Arme, verströmen Wärme, Plüsch, lassen uns müde werden. 
Fragments Of Unbecoming – “The Everhaunting Past – A Splendid Retrospection”
Jesterheads, Yesteryears
Die hessische Death Metal-Institution FRAGMENTS OF UNBECOMING liefert auch auf dem neuen Album “The Everhaunting Past – A Splendid Retrospection” diese berüchtigte Mischung aus zweistimmigen Gitarrenakkorden, schwedischen Melodien und bösem Fauchgesang. Dabei orientiert sich die Band, wie ja auch der CD-Titel offen bekennt, an den Neunzigern, wobei die Arrangements komplexer tönen als die der Göteborger Vorbilder einst.
“Vast” und “Run Ashored In The Yesteryears” werden facettenreich und farbig aufgebaut; klar, dass die Herbsttöne überwiegen. Die Melodielinien werden im Hintergrund eingesetzt, was dazu führt, dass diese CD oft gehört werden kann, ohne dass das Werk sich gleich in aller Gänze offenbart. Eher wird es dem Rezipienten beim ersten Hören, und das kennen wir von den Vorgängerwerken, nicht leicht gemacht, dem Lauf der unheimlichen Dinge zu folgen. 












