Rezensionen von: OPETH, BLACK BREATH, LOOP, BEIRUT, GROOMBRIDGE, JEN GLOECKNER, BRIDGES OF KÖNIGSBERG, DEE DAY DUB, FORGOTTEN LIVE IN DEATH PARADISE, HEARTS NO STATIC, SONAR LODGE, SONORES, THE DECLINING WINTER, STRANGE ATTRACTOR u.a.

Set Fire To Flames - "Sings Reign Rebuilder"
Geräuschkulisse, Saiten, Felle und Hörner vereint euch

Lights Out Asia - "Garmenia"
Zurücklehnen und entspannen

Alvin Zealot - "Tears of St. Lawrence"
Schweizer können's besser


Moon
Moon




  • MattRichtig gutes Review! Finde das Album insgesamt gesehen etwas unspektakulär, aber ansonsten sind THE OCEAN auf...
  • Gerald Oppermann… tolles Review zu einer aussergewöhnlichen Band! Interkulturelles Leben findet nämlich statt...
  • MattJo, ziemlich nichtssagendes Album. Nach diesem ganzen Hochgejubel überall dachte ich wirklich, hier kommt was...

Dark Ambient

Scorn – “Stealth”

Tauche hinab in das Dunkel

Scorn - "Stealth"Mick Harris hat mit seinem Projekt SCORN eine Bilderbuchentwicklung vollzogen. Begonnen als eine Art Industrial-Metal-Act, der mit handgemachten Sounds hantiert hat und demnach mit echten Instrumenten agierte, wurde im Laufe der Jahre eine stetige Metamorphose vollzogen. Nachdem sich Harris von seinem alten Kollegen Nick Bullen trennte, wandelte sich die Musik von Album zu Album immer ein wenig mehr. Mittlerweile dominieren bei SCORN monoton wirkende, sperrige Downbeats sowie schwere Sub-Basses und beklemmende düstere Klangcollagen untermalen das Geschehen. Als Soundtrack für die Stille und die Einsamkeit der Nacht nahezu prädestiniert.

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Dooom – “Psychonaut”

Komplexe akustische Reise in die Tiefen der menschlichen Psyche

Dooom - "Psychonaut"DOOOM – nicht nur der Name erinnert an ein bekanntes Computerspiel. Die Musik des Künstlers Matt Sick versetzt den Hörer in eine ähnlich düstere und bedrohlich wirkende Atmosphäre wie der Ego-Shooter den Spieler. Das nun vor ziemlichei Jahren veröffentliche Album “Psychonaut” enthält mit “Shadows”, “Trauma”, “Hope And Fear”, Rebirth” und “Caravan Of Restless Souls” fünf Stücke, die sich den dunklen Seiten der menschlichen Psyche widmen.

Der Trip durch die verwinkelten Gasse des Bewusstseins beginnt mit dem 15-minütigen “Shadows”. Wie in einem abstrakten Albtraum werden lange akustische Schatten entworfen, denen sich das hilflose Individuum nicht entziehen kann.

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Jetlag – “Jetlag”

Rastlos in der Dunkelheit

Jetlag - "Jetlag"Wie schon bei SCHRÄGE MUSIK habe ich mit dem schwedischen Elektronikprojekt JETLAG bereits vor Jahren Berührung aufgenommen. Dutzende Demotracks unterschiedlichster Spielart und Ausrichtung, alles nicht offiziell und über gut sortierte Tauschbörsen verbreitet, so landeten sie irgendwann bei mir. Danach verlor ich die Schweden vorerst aus den Augen – doch nun ist das Projekt wieder da. Die Informationslage ist spärlich, sicher ist nur eins, nämlich dass sich das Debütwerk gar nicht so weit entfernt vom Labelkollegen bewegt.

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Kevin Drumm – “Imperial Horizon”

Ein gradliniges Werk

Kevin Drumm - "Imperial Horizon"Mit einem pulsierenden Drone beginnt “Just Lay Down And Forget It”, der einzige Song auf “Imperial Horizon” von KEVIN DRUMM und leitet so den Weg des Albums dröhnend und tief ein. Das wummern verebbt und wandelt sich in einen leicht variierenden Ambient-Sound, der schwebend über dem Boden hängt und ein losgelöstes Feeling verbreitet. Zehn Minuten lang ist man diesem Sound ausgesetzt, bevor es marginale Veränderungen im Klanggefüge gibt. Wieder setzt von weit hinten kommend ein leichtes Pulsieren ein und schiebt sich langsam immer weiter in den Vordergrund. So langsam es kam, so relativ schnell versiegt es auch wieder und der immer noch präsente, sanfte Ambient-Ton dominiert wieder das geschehen.

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Discordless – “148 Light Years”

28. April 2010 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Experimentelle Welten

Discordless - "148 Light Years"DISCORDLESS sind sich dem Zahn der Zeit in der Musikszene bewusst und bieten ihr Album “148 Light Years” in zwei verschiedenen Versionen an, nämlich einmal als kostenlosen Download und als reguläre CD, für alle jene, die gerne den original Silberling mit allem Drum und Dran im Regal stehen haben. Natürlich hat solch eine Entscheidung der Vermarktung für einen Künstler immer zwei Seiten. Die Gute ist, dass die gebotene Musik für jeden Interessenten kostenlos zur Verfügung steht, was erstmal sympathisch erscheint und die Kunst an sich in den Vordergrund stellt. Die andere Seite ist selbstverständlich die, dass Musikmachen auch eine Kostenfrage ist, denn nicht nur das Mieten eines Proberaumes (sofern notwendig) ist kostspielig, auch das Anschaffen vernünftiger Instrumente und zu guter Letzt die Produktion eines Albums erfordern einen manchmal nicht gerade geringen finanziellen Aufwand. Als Konsument kann man den Schritt von DISCORDLESS jedenfalls sehr begrüßen, auch wenn ich die andere Seite der Medaille bestens kenne.

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Khlyst – “Chaos Is My Name”

12. Februar 2010 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Ich bin das Chaos, der Untergang, der totale Hass

Khlyst - "Chaos Is My Name"Was zuvor geschah: KHANATE lösen sich auf, Band-Mitglied James Plotkin sucht sich ein neues Betätigungsfeld und ruft KHLYST auf die Bühne; eine Truppe, die derart schwierige Musik fabriziert, dass man hier schon fast zu einer Grundsatzdiskussionen über Musik angeregt wird, denn die Musik von KHLYST sprengt alles dagewesene.

Wir  stellen uns vorab folgende Fragen, die ich gemäß dem Schema F von KHLYST auch unbeantwortet im Raum stehen lassen möchte und werde:
Wo hört Avantgarde auf und was passiert danach?
Wann ist das Maß der Erträglichkeit am Ende?
Wann hört man auf über das Gehörte zu staunen und wann (und warum) beginnt man genervt den Kopf zu schütteln?
Wo hört Musik im herkömmlichen Sinne auf und wo beginnt etwas Neues?

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Scorn – “Greetings From Birmingham”

23. November 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Sub-Basses, dunkle Strukturen und skurrile Formen

Scorn - Greetings From BirminghamNachts allein auf den Straßen. Es ist kalt. Die Lichter blenden, Autos fahren vorsichtig vorbei, weil Nebel den Bodenbelag umhüllt. Abgeschottet von der Außenwelt wummern dir tiefe Bässe die Gehörgänge frei und du bist innerlich zu allem bereit. Du schaust durch den Nebel, die Schwaden wabern durch die nächtliche Kälte und das Licht spiegelt sich im Dunst. Endzeitstimmung absolut. Keine Menschenseele, kein Geräusch von außen dringt zu dir, nur die dröhnenden Beats, die dunklen Dark-Ambient-Geräuschkulissen und die Schwere des Sounds bedrängen dich immer weiter und heben dich über die Schwelle in eine andere Welt.
So stelle ich mir ein mögliches Szenario vor, bei dem “Greetings From Birmingham” am eindrucksvollsten funktionieren könnte.

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Scorn – “Governor”

26. Oktober 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Tief, laut und abgefahren

Scorn - GovernorMit gnadenlosen Sub-Basses dominiert die SCORN-EP “Governor” und bringt damit mit Sicherheit so manch billiges Boxenpaket und  minderwertiges Hifi-Anlagen-Format zum Bersten. Kraftvolle und satte Beats unterstützen diesen Effekt und bewirken mit ihren teils simplen, düsteren aber auch mitunter skurrilen Arrangements, dass der Sound die Magenwände zum vibrieren und das Gehirn in Wallungen bringt. Man sollte jedenfalls vorher darauf achten, den Bassregler nicht zu weit aufzudrehen; es könnte Folgeschäden geben…

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Techno Animal – “Brotherhood Of The Bomb”

17. Oktober 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Das Gottesfleisch des dunklen Hip Hops

Techno Animal - Brotherhood Of The BombSollte es so etwas wie Dark Hip Hop oder Dark Downbeat geben dann wären TECHNO ANIMAL die obersten Anwärter für diese Stilschublade.

Das Projekt von Justin Broadrick, auch besser bekannt als J.K. Flesh und Mastermind der verblichenen GODFLESH und der lebendigen und sehr produktiven Formation JESU, derangiert hier das Genre Hip Hop auf ein höchst schmerzliches Niveau, zumindest in den Augen von Liebhabern des urtümlichen Hip Hops.

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MZ.412 – “Burning The Temple Of God”

1. Oktober 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Satan im Maschinenraum

MZ.412 - Burning The Temple Of GodEines der wohl bekanntesten und bevorzugten Projekte des schwedischen Sound-Experimentalisten Henrik Björkk alias Nordvargr ist wohl sein langjähriges Baby MZ.412 (oder auch MASCHINENZIMMER 412), das bereits im Jahre 1988 gegründet wurde und regelmäßig in gewissen Abständen Produkte veröffentlicht.

“Burning The Temple Of God”, das Album aus dem Jahre 1996, ist hörbar beeinflusst vom Black Metal der damaligen Zeit. In Kombination mit krachendem Industrial, Neo-Folk, diversen Samples, Sound-Fragmenten und bis an die Schmerzgrenze verzerrtem Noise wurden die Grenzen ausgelotet. Die Verknüpfung der genannten Elemente ist Nordvargr durchaus gelungen und somit entstand ein stimmiges Dokument aus dem Mix genannter Stile.

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Canaan – “The Unsaid Words”

29. August 2009 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Ein Trauerspiel in 16 Akten

Canaan - The Unsaid WordsDüster und bedrohlich beginnt das Album der Italiener CANAAN und zwingt den Hörer zunächst in die brummenden Abgründe des Dark Ambient. Surreal und unwirklich erscheint der Einstieg in “The Unsaid Words” und eine beklemmende Atmosphäre macht sich während des Openers “The Wrong Side Of Things” breit, unheimlich und apokalyptisch.

Mit “This World Of Mine” folgt ein Track, der im ersten Augenblick so gar nicht zu dem finsteren Einstieg passen mag, auch wenn er alles andere als fröhlich oder positiv klingt. Sanfte ANATHEMA mit dunklerer Stimme, so könnte man diesen Eindruck beschreiben.

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1349 – “Revelations Of The Black Flame”

1349 - "Revelations Of The Black Flame"4 Ohren 2 Meinungen

Wenn es in diesem Jahr bisher noch keine kontroverse Black-Metal-Platte gegeben hat, dann ist sie spätestens jetzt da. Mit ihrem neuen Album haben die Norweger von 1349 einen Überraschungsangriff gestartet und sorgen damit für reihenweise ratlose Gesichter aber auch die üblichen Lobeshymnen. Ein Album zum Lieben oder Hassen? ME und Bastian in der ersten Runde der neuen Rubrik 4 Ohren, 2 Meinungen.

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Rapoon – “Obscure Objects Of Desire”

30. Oktober 2008 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Wie ein immerwährender “bad trip”

Bereits 1992 das erste Album von RAPOON, dem Projekt des Engländers Robin Storey, der es sich von Beginn an zur Aufgabe machte, verschiedenartige Ambient-Sounds mit Industrial-artigen Klängen und -Rhythmen zu vermischen und somit ein recht eigentümliches Gebräu zu entwickeln. Seit 1992 gibt es bis zu acht Veröffentlichungen im Jahr von RAPOON und der neuste Streich lautet auf den Namen “Obscure Objects Of Desire” und erscheint auf dem polnischen Label Vivo Records.

Das Album beginnt mit verhaltenen Industrial-Klängen und wandelt sich relativ schnell in eine stimmige Melange aus vordergründigen Ambient-Sounds in Kombination mit dezentem Industrial, der sich eher in kleinen aber feinen Rhythmen wiedererkennen lässt. Das Hauptaugenmerk auf “Obscure Objects Of Desire” liegt demnach eindeutig auf düstere und leicht abgehobene Stimmungen und maschinell rhythmische Collagen, die den Hörer nachhaltig einlullen.

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Nortt – “Ligfærd”

Menschliche Abgründe

Geister, jene rastlosen Wesen, die in keinem der spirituellen Reiche von Erde, Himmel oder Hölle ihren Platz finden, und auf ein ewiges in den Zwischenwelten verdammt sind. Mag man nun daran glauben oder nicht, aber manche Menschen haben längst den Scheideweg zwischen Leben und Tod verlassen, wandeln ebenfalls in einer Welt, unsichtbar für die Meisten, abseits der Realität. Wird der Tod immer wahrscheinlicher und scheint das eigene Leben zu verblassen, öffnen sich in dieser Zwischenwelt Pforten, während andere sich verschließen, bis irgendwann eine Rückkehr in die Realität unmöglich wird.

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Control Human Delete – “Terminal World Perspective”

17. April 2007 | Musikrezensionen | Keine Kommentare
Ein Meisterwerk postmodernen Black Metals!

Grenzerfahrungen sind der eigentliche Motor des Verstehens, Wegweiser auf dem Pfad der Erleuchtung. Geburt und Tod, Schöpfung und Vernichtung. Der Blick über den Tellerrand, der sich einst Erde nannte, der Blick zurück in Äonen der Vergangenheit, von denen uns das Licht erzählt, welches seit Jahrmillionen im All auf Reisen ist. Löcher im Himmel, Fußabdrücke auf dem Mond, menschliche Technik im interstellaren Raum – die Erde, sichtbar durch einen kleines Fenster in einer orbitalen Raumstation, klein und verletztlich erscheint sich gegenüber dem Größenwahn der Menschheit, sie beherrschen zu wollen.

Es gibt Momente, in denen sich unser geistiges Auge öffnet und sieht – Dinge, die wir uns nie erträumt hätten, die unsere Vorstellungskraft sprengen, die unser Leben komplett verändern, oder vernichten können. Eine faszinierende Vorstellung dieser Art ist der Blick auf das Leben ansich, auf die Geschichte der Menschheit, wie sie begann, wie sie gegenwärtig abläuft, und wie sie sich in Zukunft entwickelt.

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