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Heaven And Hell – “The Devil You Know” (10.00 / 10)
Megadeth – “Endgame” (10.00 / 10)
Limbonic Art – “Phantasmagoria” (10.00 / 10)
Blind Guardian – “At The Edge Of Time” (10.00 / 10)
Moon (2009) (10.00 / 10)
MattRichtig gutes Reviews! Finde das Album insgesamt gesehen etwas unspektakulär, aber ansonsten sind THE OCEAN auf...
Gerald Oppermann… tolles Review zu einer aussergewöhnlichen Band! Interkulturelles Leben findet nämlich statt...
MattJo, ziemlich nichtssagendes Album. Nach diesem ganzen Hochgejubel überall dachte ich wirklich, hier kommt was...
Magazine
The Men Who Stare At Goats (2009)
Bob Wilton (Ewan McGregor) ist Reporter eines kleinen Lokalblättchens, für das er eines Tages ein Interview mit einem Mann führen soll, der Unglaubliches zu berichten hat: Er sei Mitglied einer geheimen Einheit der US Armee gewesen, die sich mit psychologischer Kriegsführung und paranormalen Kräften beschäftigte. Was für Bob zunächst wie haarsträubender Unsinn klingt, erfährt ein paar Schicksalsschläge später im Irakkrieg eine erstaunliche Wendung, denn dort trifft er auf Lyn Cassady (George Clooney) – jenen Cassady, der ebenfalls ein ‘psychic soldier’, ein “Jedi” sein soll. Bob begleitet Lyn auf seiner geheimen Mission, den einstigen und nun verschollenen Gründer dieser Spezialeinheit zu finden und gerät damit in einen Strudel von immer seltsameren Figuren und Ereignissen.
“Die Männer, die auf Ziegen starren” sind Soldaten der sog. ‘new earth army’, die mit neuen Konzepten aus der New Age Bewegung die Kriegsführung radikal revolutionieren wollen – Hippies treffen sich sozusagen zum sit-in mit dem Militär, Soldaten laufen mit langer Mähne herum, umarmen Bäume und versuchen, paranormale Fähigkeiten zu entwickeln. Sei es Telepathie, Fernwahrnehmung, Wolken verschieben, Unsichtbarkeit oder eben das Töten per Anstarren – ein neuer Typ Kämpfer soll her, der dem blutigen Gemetzel der Vergangenheit das Ende bereitet. Und das nur, weil jemand dachte, die Russen würden ähnliche Forschungen betreiben, weil sie dachten, dass die Amerikaner solche Forschungen betreiben…
Der Film ist eine absolut sehenswerte, aberwitzige Satire mit dem schwarzen Humor, den man sonst eher von den Coen-Brüdern kennt. Der wieder einmal brilliant agierende Clooney hat daran einen nicht unmaßgeblichen Anteil, aber auch Jeff Bridges, der als Hippie-Offizier Bill Django wie der Dude in Uniform wirkt, sorgt für zahlreiche Lacher. Die Geschichte selbst ist nicht wirr, aber abgefahren. Vielleicht zu abgefahren? Wenn man die Psychokämpfer beim gemeinsamen Tanz oder Yoga-Übungen beobachtet oder schmerzvoll mitansehen muss, wie ein hochrangiger Offizier in vollster Überzeugung gegen eine Wand läuft (aber eben nicht hindurch), könnte man schnell diesen Eindruck bekommen.
Doch diese Geschichte basiert nicht nur auf ein paar losen Fakten, ganz im Gegenteil. Die Buchvorlage von Jon Ronson (die wiederum auf der Dokumentationsreihe “The Crazy Rulers Of The World” von John Sergeant basiert) erzählt uns mehr, als wir glauben möchten. Die ‘new earth army’ im Film ist das Pendant zum realen “First Earth Battalion”, basierend auf dem 1979 von Jim Channon veröffentlichten Handbuch. Wenn im Film von Jedi-Rittern gesprochen wird, klingt das anno 2010 richtig komisch, doch als Ende der 70er die USA im Star-Wars-Fieber lagen, wurde das Ganze viel ernster genommen. Mitglieder des Battalions waren keine einfachen Soldaten mehr, sie waren eine Mischung aus Ökokrieger, Shaolin-Mönch und Samurai. Man begriff sich dort nicht einfach nur als bezahlter Söldner eines Staates, sondern als höherer Diener des Planeten, zum Wohle der Menschheit.
Bei einem Film hat man als Zuschauer immer die Möglichkeit, sich auf die Tatsache zurückzuziehen, dass eben alles bloß ein Film, und das Dargestellte Fiktion ist. Befasst man sich dann aber mit den realen Hintergründen, wird die ganze Sache noch abstruser und unglaublicher – so komisch, wie vermutlich kein Film sein kann, und gleichzeitig auch so unangenehm, wenn man die Konsequenzen bedenkt. Wenn Gefangene in Guantanamo Bay mit Metallica berieselt werden, wenn unwissende Soldaten in einen LSD-Rausch versetzt werden, wenn Radiobotschaften mit subliminalen Botschaften versetzt und Orakel zu bevorstehenden Manövern befragt werden, dann sind das nur ein paar ausgewählte Beispiele von vielen. Es ist der alte Traum vom Supersoldaten, vom Halbgott in Uniform, der einem immer wieder in der langen Geschichte des Militärs und des Krieges begegnet. Und es ist der Traum von einem “sauberen” Krieg, den man mit unkonventionellen, “psychologischen Waffen” gewinnen kann.
Neben dem wirklich unterhaltsamen Film kann ich also auch eine nähere Beschäftigung mit diesem Thema ans Herz legen, die auf jeden Fall sehr spannend sein wird.

Alt. Titel: Männer, die auf Ziegen starren
» The Men Who Stare At Goats bei IMDb.com
» In Enemy Hands (2004)
» Idiocracy (2006)
» Disaster Spoofs
» La Belle Verte (1996)
» The Weather Man (2005)














17. März 2010