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Heaven And Hell – “The Devil You Know” (10.00 / 10)
Megadeth – “Endgame” (10.00 / 10)
Limbonic Art – “Phantasmagoria” (10.00 / 10)
Blind Guardian – “At The Edge Of Time” (10.00 / 10)
Moon (2009) (10.00 / 10)
MattRichtig gutes Reviews! Finde das Album insgesamt gesehen etwas unspektakulär, aber ansonsten sind THE OCEAN auf...
Gerald Oppermann… tolles Review zu einer aussergewöhnlichen Band! Interkulturelles Leben findet nämlich statt...
MattJo, ziemlich nichtssagendes Album. Nach diesem ganzen Hochgejubel überall dachte ich wirklich, hier kommt was...
Magazine
Bersarin Quartett – “Bersarin Quartett”
Der Soundtrack für die längsten Tagträume
Nikolai Bersarin ist seit einigen Jahren wieder Ehrenbürger Berlins, weil der einstige russische Generaloberst dafür sorgte, dass aus dem Trümmerhaufen wieder so etwas wie eine Stadt wurde. Das vermutlich nach ihm benannte BERSARIN QUARTETT ist allerdings kein Musikerensemble sondern ein Alter Ego des Münsteraner Thomas Bücker, der schon seit Jahren als “Jean Michel” experimentelle Beats und Breaks produziert, die Plattenteller drehen lässt und auch schon BJÖRK remixt hat. Mit tanzbaren Rhythmen hat das selbst-betitelte Debüt indes wenig zu tun, denn hier gibt es Musik für’s Kopfkino. Der Ansatz ist zwar nicht neu, aber inwieweit die Vorstellungskraft des Hörers angeregt wird, hängt eben stark von der Klangkulisse ab, die ihm geboten wird. Viele Werke mit diesem Anspruch sind eher Freifahrtscheine ohne genauen Fokus. Das Faszinierende an Soundtracks und Scores ist natürlich die immense Freiheit, das Losgelöstsein von Verbindlichkeiten wie Songs oder Tracks, festen Schemen und Strukturen. Und doch folgen sie einer Linie, einem Erzählstrang, und genau hier offenbaren sich die hohen Qualitäten von “Bersarin Quartett”.
Die Musik zum imaginären Film ist wie ein sich fortlaufend veränderndes Gemälde gemalt, bei dem schrittweise Details herausgearbeitet und betont werden. Schlüsselmotive entwickeln sich, werden von Cues durchbrochen und zeichnen Landschaften, Situationen und Charakter, die nur im Kopf des Hörers entstehen können. Mit zwei Stücken war Bücker bereits auf einem Sampler namens “Electronica Unplugged” vom Aerotone Netlabel vertreten. Dieser scheinbar paradoxe Begriff trifft die Musik ziemlich genau: Ambient trifft auf Downtempo-Beats und wird mit modernen, klassischen Arrangements verbunden, zu denen Streicher, Bläser und Piano gehören. Ob gesampelt oder per VST-Instrumentation eingespielt ist eigentlich nebensächlich, wichtig ist das Endergebnis, welches einfach großartig gelungen ist.
Das “Quartett” nimmt den Hörer mit auf eine Reise, die vom nahtlosen Übergang von dezenten Momenten und opulenten Klängen geprägt ist. Stellenweise erinnert das an die Ambientklassiker von GLOBAL COMMUNICATION, nächtliches Jazz-Ambiente á la BOHREN & DER CLUB OF GORE schleicht sich ein, das Piano bringt mich zu DEBORAH LURIE und die Synthesizer wiederum zu VANGELIS. Entfernt hört man auch die Nähe zu BOARDS OF CANADA und PLAID. Eine Stunde Abtauchen in eine absolut bezaubernde, emotional fesselnde Welt, die sofort ein warmes Gefühl der Vertrautheit ausstrahlt. So als hätte man den Film schon gesehen, oder den Soundtrack schon irgendwann mal gehört, auch wenn dies nicht so ist. Eine Welt, in der man gern länger verweilen möchte und jederzeit gern zurückkehrt.
Die Erstauflage auf dem kleinen Label Lidar ist leider schon hoffnungslos vergriffen, wird aber am 19. März im edlen Digipak neu aufgelegt. Und hier kann man im Prinzip auch völlig blind zugreifen – denn seine Augen braucht man für diese Musik nicht.

Format: Album Länge: 10 Songs | 58:09 Label: Lidar / Denovali Records Release: 15.02.2008 / 19.03.2010Leserwertung: Ähnliche Artikel:
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