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Heaven And Hell – “The Devil You Know” (10.00 / 10)
Megadeth – “Endgame” (10.00 / 10)
Limbonic Art – “Phantasmagoria” (10.00 / 10)
Blind Guardian – “At The Edge Of Time” (10.00 / 10)
Moon (2009) (10.00 / 10)
MattRichtig gutes Reviews! Finde das Album insgesamt gesehen etwas unspektakulär, aber ansonsten sind THE OCEAN auf...
Gerald Oppermann… tolles Review zu einer aussergewöhnlichen Band! Interkulturelles Leben findet nämlich statt...
MattJo, ziemlich nichtssagendes Album. Nach diesem ganzen Hochgejubel überall dachte ich wirklich, hier kommt was...
Magazine
Pearl Jam – “Backspacer”
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PEARL JAM sind nicht nur eine der wichtigsten Grunge-Rock-Bands der 90er Jahre gewesen, sondern bereits seit langer Zeit zu einer überaus etablierten Größe auf dem Alternative-Rock-Sektor gewachsen. Die Band um den charsimatischen Frontman Eddie Vedder wirkt einerseits unantastbar, andererseits werden sie allerdings auch sehr kritisch beäugt, denn ihre musikalische Eigenwilligkeit spricht sicherlich nicht jedermann an, und doch gibt es diese gewisse Magie um PEARL JAM. Platinauszeichnungen und bedingungslose Liebe der Fans bestätigen dies. Unsere Redakteure ME und Matt Sick haben sich “Backspacer” angenommen und geben im Folgenden ihr Statement zur Musik und überhaupt zu PEARL JAM ab.

Eigensinnig aber unspektakulär
“Backspacer” ist das mittlerweile neunte Album von PEARL JAM seit 1991 und diese Band hat eine warhaft interessante Wandlung durchgemacht in all den Jahren. Vom massentauglichen Grunge-Act hin zur weltweit bekannten Band, die stinknormalen Alternative Rock spielt, ohne Seitenschielerei auf Verkaufszahlen und ohne irgendeiner Erwartungshaltung gerecht zu werden. PEARL JAM machen spätestens seit “Vitalogy” (1994) ihr ganz eigenes Ding und lassen sich darin nicht beirren, und das ist gut so! Natürlich haben sie den Platinstatus das erste Mal damals mit ihrem Debüt “Ten” erreicht und natürlich zehren sie in gewisser Form auch noch heute davon, denn ich persönlich glaube nicht, dass sie mit der Musik, die sie seit mittlerweile über ein Jahrzehnt veröffentlichen, dieselbe Aufmerksamkeit bekämen, wenn es damals kein “Ten” gegeben hätte; aber lassen wir diese Unterstellung jetzt einfach mal im Raum stehen und schauen auf die Musik, um die es hier und jetzt geht.
“Backspacer” knüpft exakt dort an, wo PEARL JAM 2006 mit ihrem selbstbetitelten Album aufgehört haben. Man könnte auch sagen, sie knüpfen genau dort an, wo sie mit ihren vorangegangenen vier Alben gelandet sind. Unkomplizierter Alternative Rock ohne großartige, fesselnde Melodien, ohne Hits und ohne das, was das Radio und die großen Medien fordern. Es gibt keine NICKELBACK-Trällermelodien, keine simplen Gitarrenlinien, die sofort im Ohr hängen bleiben, keine Refrains, die man noch unbewusst im Fahrstuhl summt. Es ist schon erstaunlich, dass PEARL JAM mit ihrer musikalischen Philosophie bei den großen Labels durchkommen, wobei ich persönlich diesen Umstand erneut auf ihren Kultstatus zurückführe.
Locker flockig und flott beginnt “Backspacer” mit dem typischen PEARL-JAM-Rocker “Gonna See My Friend”. Es folgen die ebenfalls zackigen “Got Some”, “The Fixer” und das etwas schrammelige “Johnny Guitar”. “Just Breathe” ist eine sehr ruhige Ballade, nur mit Akustikgitarre, Bass und Gesang vorgetragen. Entspannt geht es weiter mit “Amongst The Waves” und “Unthought Known”, bevor “Supersonic” seinem Titel gerecht wird und als amtlicher Rocker ordentlich Gas gibt. “Speed Of Sound” bricht dann jedoch wieder die Linie und wirkt deutlich behaglicher. “Force Of Nature” bewegt sich in Sachen Energie normal weg im Mittelfeld und “The End” zelebriert sehr ruhig und zerbrechlich mit Gitarre, Gesang und Streicher den Abschluss von “Backspacer”.
Sänger Eddie Vedder bringt wieder sein komplettes, begrenztes Repertoire an Können. Er kräht, jault, schreit und singt die Songs wie gewohnt in seinem urtypischen, unverwechselbaren Stil, der auch heute noch absolute Geschmacksache, dafür aber eben auch äußerst eigenständig ist.
Der Sound des Albums ist relativ frisch und natürlich gehalten. Kein Plastik, keine Verschleierungen durch drehen an den Reglern, alles klingt echt und wie grad eben eingespielt. PEARL JAM klingen wie eine junge Band, die das erste Mal die Möglichkeit hatte, eine Aufnahme professionell durchzuziehen. Die Ablehnung technischen Schnickschnacks und der Verzicht auf Samples und digitalen Krimskrams muss an dieser Stelle unbedingt lobend erwähnt werden. Das hier ist der Sound echter Rock-Musik.
Unterm Strich ist die Musik selbst auf “Backspacer” meiner Meinung nach wenig spektakulär und plätschert, wie auch auf den vorigen vier bis fünf Alben, relativ unaufregend und ohne großartige Höhepunkte dahin. Ich erwarte keine Superhits oder eine Rückkehr zu “Ten”- oder “Vs”-Zeiten, jedoch wünschte ich mir manchmal, dass sich PEARL JAM einen Ruck geben und wieder ein paar richtig große Melodien bringen, an die man sich auch in 20 Jahren noch erinnert. PEARL JAM spielen seit Jahren Musik, die auch von einer Undergroundband stammen könnte. Hinterhof-Rock, qualitativ und von der Machart her zwar gut und spieltechnisch einwandfrei, aber so richtig knackig und erhaben klingt das hier für mich nicht. Es mag sein, dass die Band genau das will und ihre Musik einfach so spielt, wie sie sich die Musiker das schon immer gewünscht haben, aber ich persönlich bezweifle sehr stark, dass PEARL JAM mit dieser Art Musik, die sie seit Jahren präsentieren, heute ebenso erfolgreich wären, wenn es damals “Ten” und auch “Vs” nicht gegeben hätte.
(Matt Sick)


Eingerichtet im Wohlstand?
Der legendäre Fünfer um Frontröhre Eddie Vedder ist ja eines der letzten Überbleibsel der seligen so genannten “Grunge”-Ära. Nach einigen unentschiedenen Alben, welche nicht recht wussten, wohin der Weg nun gehen sollte und welche mir keine Begeisterung mehr entlockten, war ich einigermaßen gespannt, ob PEARL JAM mit “Backspacer” noch einmal die berühmte Steilkurve bekommen werden.
“Gonna See My Friend” eröffnet heavy, schaufelnd, melodisch, unruhig. Vedder grölt, singt, benutzt seine ausdrucksstarke Stimme wie ein Instrument. Das gefällt. Auch “Got Some” ist trefflich geraten. Ein kleiner Hit sozusagen. Endlich werden mal wieder Erinnerungen an das zum Kult avancierte “Ten”-Album der Band wach. Das Break, das Solo und lässiges Gitarrengeflirre mit Bluestouch, das lädt zum Weiterhören ein.
“The Fixer” klingt dann typisch US-amerikanisch; unsere Befreier mögen Stratosphären-Mainstream, wie wir wissen. Da gefällt mir “Johnny Guitar” besser. So manches Mal denke ich, dass diese Songs eine Minute länger sein müssten; ein wenig Jam-Session, überbordende Soli, ein Break mehr, das wäre in Anbetracht der Fähigkeiten der Kombo nicht schlecht.
Denn immer wird diese Schallgrenze von ca. drei Minuten eingehalten, somit Singlekompatibilität hergestellt. Die Ballade “Just Breathe” stellt Fast Eddies Stimme in den Vordergrund, lebt von der leidenschaftlichen Phrasierung und den melancholischen Vibes. Das gilt auch für “Speed Of Sound”. Doch der Kitsch lauert in der Nachbarschaft. Mit “Amonst The Waves” folgt ein guter, hymnischer Song, mit Live-Eignung; typisch für PEARL JAM.
Der beste Track ist ganz klar “Force Of Nature”. Dieser Song bündelt die Stärken der Band: Airplaykompatibilität und Qualität müssen einander nicht grundsätzlich ausschließen. Der Chorus gerät mitsinggerecht; “Play It Loud in The Neighbourhood” könnte die Devise sein. Insgesamt jedoch bin ich nicht restlos überzeugt von dieser Veröffentlichung.
Es werden zu viele Standards wiederaufgelegt; der Beginn ist sehr fein geraten, einige Passagen des Mittelteils der CD jedoch gleiten so manches Mal ins Beliebig-Alltägliche hinüber. Das ist schade, aber vielleicht fühlen sich PEARL JAM inzwischen einfach wohler im Plüsch als in der Revolution, die ja ohnehin nie die ihre war. Knappe Sieben!
(ME)

Format: Album Länge: 11 Songs | 36:38 Label: Universal Music Release: 18.09.2009Leserwertung: Ähnliche Artikel:
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