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  • MattJo, ziemlich nichtssagendes Album. Nach diesem ganzen Hochgejubel überall dachte ich wirklich, hier kommt was...

Jesu – “Jesu”

23. September 2008 | Matt | Musikrezensionen

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Das erste vollständige Album

Das erste vollständige, selbstbetitelte Album der GODFLESH-Nachfolger JESU ist ein Trip in düstere, schwermütig klagende Klangwelten; deprimierend, kriechend und bedrückend zugleich. “Jesu” ist dermaßen atmosphärisch dicht, dass man problemlos alles um sich herum vergessen kann. Tiefe Melancholie kombiniert mit einer nahezu unglaublichen Soundweite erinnern zum einen ein wenig an die schleppenden, mit viel Echo-/Hall-Effekten unterlegten GODFLESH-Songs, aus deren überresten JESU seinerzeit entstanden sind. Dieses Album ist der ultimative Trip in die musikalisch vertonte Psyche und lässt dem Hörer nicht die geringste Chance emotional zu entkommen; vorausgesetzt natürlich, man ist in der Lage, sich der Musik zu öffnen und hinzugeben.

Der typische Feedback-Psycho-Gitarrensound von Band-Kopf Justin Broadrick, die langatmigen, kriechenden Rhythmen von Drummer Ted Parsons (u.a. SWANS, PRONG) und der bebende, wummernde Bass vom bisher weitestgehend unbekannten Dermot Dalton machen aus dieser CD ein hochklassiges Klang- und Klagewerk, das man sich einfach selbst “erhören” und vor allem erleben muß.

Vergleiche sind kaum zu setzen, da JESU vollkommen eigenständig sind und ihre eigene Nische gefunden haben. Wenn überhaupt, lassen sich (für den GODFLESH-/JESU-Nichtkenner) minimale Vergleiche zu alten SWANS, NEUROSIS, ISIS und natürlich GODFLESH (deren langsamen Stücke) ziehen. Sämtliche Tracks sind in Überlänge gehalten und ohne lange Spielzeit würden diese beeindruckenden Klangwände auch gar nicht richtig funktionieren.

Die Lyrik zeigt sich ebenso von einer tief emotionalen Seite und Zeilen wie “And I’m, so tired of me, withered and unclean. I’m too blind to see, the shit that is me” (aus “Tired Of Me”) sprechen eindeutig Bände. Untermalt durch den klaren und mit sehr viel Echo/Hall unterlegten Gesang verschmelzen Musik, Lyrik und stimmlicher Ausdruck zu einem rundvollendeten Ganzen. Dieses Album ist absolut einnehmend aufgrund dessen Intensität und in diesem Zusammenhang auf fast schon einmalig, was die gesamte atmosphärische Dichte angeht.

Wer bereits die erste EP “Heart Ache” kennt sollte gespannt sein; das Album schlägt die EP um Längen. Bei JESU ist der aufgeschlossene Hörer gefragt, der gerne mal in andere Welten entschwindet und bereit ist, sich seinem negativen Ich zu stellen.

9/10

» Jesu

Format:  Album
Länge:   8 Songs | 74:30
Label:   Hydra Head Records
Release: 25.01.2005
Leserwertung:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (2 Wertungen, Ø 9.50 von 10)
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