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  • MattJo, ziemlich nichtssagendes Album. Nach diesem ganzen Hochgejubel überall dachte ich wirklich, hier kommt was...

Krallice – “Dimension Bleedthrough”

25. Dezember 2009 | ME | Musikrezensionen

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Ein 78-Minuten-Solo im Hochtonbereich

Krallice - "Dimension Bleedthrough"Die US-Amerikaner KRALLICE, deren vier Mitglieder uns von technoid-schizophrenen grenzübergreifenden Death Metal-Akrobaten wie OCTIS, OCRILIM, ARCTOPUS, GORGUTS oder BLOODY PANDA bekannt und immer für eigenwillige Klangüberraschungen gut sind, veröffentlichten jüngst mit “Dimension Bleedthrough” ihr neuestes Opus. Ob es stimmt, dass Singer/Songwriter RYAN ADAMS deren Debut qualitativ neben METALLICA und COLDPLAY stellte, es bleibt Tatsache, dass KRALLICE ihre Form von Black Metal mit genrefremden Elementen progressiver Natur anreichern und somit stark aus dem üblichen schwarzen Rahmen fallen.

Der Titelsong und Opener “Dimension Bleedthrough” sägt uns progressiv-angehauchte Riffs zu Dutzenden in die Gehörgänge, irgendwann setzt Gesang ein, der allerdings nur Hintergrund für die Gitarren-Frickeleien darstellt. In “Autochthon” geht es zurück in traditionellere Bahnen, allerdings haben wir auch in diesem Track diese technischen Leads, welche durch die monoton anmutende Klanglandschaft mäandern und immer wieder Ausflüge in archaische Gefilde unternehmen, nur um plötzlich mit einer Bridge atmosphärischer Natur aufzuwarten, wie wir sie unter anderem von HIMINBJORG kennen (Minute 3:25). Das noch weit längere “Aridity” walzt diese schiefen Akkorde noch weiter aus, bis ein Heavy-Riff und dunkles Grollen der Instrumente die Stimmung ändern. Nun sind wir auf dem Hochspannungsmast, verhallter Gesang rauscht aus dem anliegenden Wald zu uns herüber. Gab es da Einwohner? Das wussten wir nicht; wir kontrollieren die Leitungen, beschäftigen uns mit Verbindungen zwischen Städten. Und doch, was sind das dort unten für seltsame Stimmen?

Manchmal wirkt das Gebotene schon sehr monoton, zu gleichförmig, beinahe abschreckend künstlich, andererseits setzt die Band genau auf diesen Eindruck seitens des Hörers. Unverrichteter Weise schleichen sich minimalistische Melodien ein, welche jedoch kaum eingefangen werden können. Es ist schon ein schweres Geschütz, welches hier aufgefahren wird. Hörbar ist das nur, wenn man sich ganz darauf einlässt, denn sonst rauscht alles vorbei, ohne den geringsten Eindruck zu hinterlassen. Denn im Grunde passiert wenig in den Tracks. Die Gitarren jagen sich unentwegt, scheinen das immergleiche Riff minimal zu variieren und fangen manchmal an zu enervieren, weil immer wieder diese Hochtöner angeschlagen werden. Das kurze “Untitled” fällt aufgrund der weit konventionelleren Ausrichtung aus dem Rahmen; hier gibt es mal keine hell flirrenden Leads in Permanenz. “The Mountain” und “Intraum” (rein instrumental, falls ich mich nicht irre, denn der Gesang ist oft sehr stark in den Hintergrund gemischt) hören sich für mich Viervierteltakt-Vertreter ziemlich gleich an. Der abschließende “Monolith Of Possession” sprengt wieder alle Grenzen. Kurz: die ersten zwei Songs reichen mir vollauf; mir ist das Ganze letztlich doch zuviel technisches Griffbrettgeflatter; es mangelt an Seele und organischen Sounds. Steril, kalt, enthoben brettern die Licks über mich hinweg, ohne nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Nicht uninteressant, aber zu anstrengend.

5/10

» Krallice

Format:  Album
Länge:   7 Songs | 77:21
Label:   Profound Lore Records
Release: 10.11.2009
Leserwertung:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne6 Sterne7 Sterne8 Sterne9 Sterne10 Sterne (1 Wertungen, Ø 6.00 von 10)
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