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Heaven And Hell – “The Devil You Know” (10.00 / 10)
Megadeth – “Endgame” (10.00 / 10)
Limbonic Art – “Phantasmagoria” (10.00 / 10)
Blind Guardian – “At The Edge Of Time” (10.00 / 10)
Moon (2009) (10.00 / 10)
MattRichtig gutes Reviews! Finde das Album insgesamt gesehen etwas unspektakulär, aber ansonsten sind THE OCEAN auf...
Gerald Oppermann… tolles Review zu einer aussergewöhnlichen Band! Interkulturelles Leben findet nämlich statt...
MattJo, ziemlich nichtssagendes Album. Nach diesem ganzen Hochgejubel überall dachte ich wirklich, hier kommt was...
Magazine
Halford – “Winter Songs”
Oh Emanuel, bitte komm, komm, ja…!
Ein Weihnachtsalbum mit Titel “Winter Songs” von HALFORD? Nun ja, das lässt wenig angenehme Assoziationen Amok laufen. Schnee, Frau Holle und Märchenatmosphäre, hatten wir das nicht schon bei TARRJA und anderen Weichspülern mit märchenromantischer Veranlagung? Irgendwie habe ich schon im Vorfeld den Eindruck, dass mit diesem einfallsreichen Projekt das Konzept der letzten missratenen PRIEST-CD seine endgültige Erfüllung finden wird. Der flott gehaltene Opener “Get Into The Spirit” tönt zunächst 100% nach PRIEST-Hymne; orchestral, Alien-Vocals, welche immer wie über die Rasierklinge gezogen in den Äther schweifen, zusammengehalten vom üblichen Heavy-Power-Metal-Gebräu, das Rob niemals müde wird, immer wieder neu aufzulegen, so lähmend dieser Stil inzwischen auch wirken mag. Die hysterischen Screams fehlen nicht, ebenso wenig die typischen Licks der “Turbo”-Ära. Soll dieses nervöse Gejaule Schwermetallern nun identitätsstiftende Weihnachtsatmosphäre vorgaukeln?
“We Three Kings” setzt dem Zuckerguss bereits die Schaumkrone auf. Klinisch, steril und mit Robs seltsamem gequetschter Mickey-Maus Stimme überbordend aufwartend werden unsere Nerven zum Zerreißen gespannt. Egal, ob Eigenkomposition oder Cover, immer backen wir mit viel Butter, Zimt, Schokostreuseln, ordentlich Hefe und massig Zucker. Fanfarenhaft trötet der 58-jährige Weihnachtsmann “Oh Come, Oh Come Emanuel”, begleitet von Metal-Soli, welche wir von PRIEST, HALFORD und zahlreichen Epigonen kennen und welche sich HALFORD und Co. auch gar nicht die Mühe machen zu variieren, da dieser Stil inzwischen bis zum Anschlag ausgereizt ist. “Leck mich doch” beginnen wir zu denken, sprechen es halblaut zur Verwunderung von Omi, welche HALFORD interessiert lauscht (”Das soll harte Musik sein? Da war ja der bekloppte HEESTERS härter”) und skippen sodann zum nächsten Track, vom einverständlichen Kopfnicken der alten Dame begleitet.
Besser wird es nimmer. Der Klischee beladene “Winter Song”, soll der jetzt in Konkurrenz zum unsäglichen “Cold Winter Dreams” von ACCEPT treten? Nun, das Christkind kommt auch zu seinem Recht, die drei Könige, Maria und Joseph, der hell strahlende Stern; unbemerkt bleibt dabei, dass der Esel dem armen Kindlein die Salami weggefuttert hat und überhaupt, einer der drei heiligen Könige ist plötzlich mit Maria verschwunden. Macht nichts, solange der Kahlkopf Rob weiter zuversichtlich flötet, wird alles gut gehen, die Fluktuation von Essen und Personen im Hintergrund kann uns keineswegs die heilige Atmosphäre vergellen, dazu sind wir uns der Einzigartigkeit der Situation zu sehr bewusst.
Glocken schallen, Glück und Stille allerorten. Meine Güte, der Gesang in “Christmas For Everyone” ist aber auch grausig geraten, das Jesuskind zuckt, beißt in sein Deckchen, wird wütend und schmeißt sein prächtig gefülltes Windelchen ausgerechnet nach dem schwarzen der drei Könige. Schon so früh Rassismus! Nun ja, weiter im Text, es fällt schwer, man merkt es; manchmal hilft es schon, einen Track komplett neu aufzunehmen und nicht die erste Fassung auf CD zu bannen. Dass Santa Klaus den Blues schätzt, wissen wir, allerdings muss es dann solch Schrammel-Boogie-Verschnitt sein wie in “I Don’t Care”? Egal, Balladen gibt es zum Finale, es hagelt “Lights”, “Nights”, “Faithfuls”, “Hallelujas” und so weiter, zum Fürchten natürlich, klar. Wenn ich Weihnachtslieder hören möchte mit Kitsch und idyllischer Kulisse, dann gibt es Dean Martin, Hollywoodfilme der Fünfziger und Sechziger, Jazzadaptionen, Big-Band-Variationen und natürlich auch Klassik. Oder, zeitgemäßer, “No Presents For Christmas” vom diamantenen König. Metallische Weihnachten mit Plastikvocals zur Flying V? Niemals. Ich lade seit Jahren mit Freuden VENOM, MOTÖRHEAD, KING DIAMOND und POSSESED zum heiligen Feste ins heimatliche Knusperhäuschen; zum handgesägten Lebkuchen von Omi spielen wir fröhlich Holzinstrumente, grölen “Black Metal”, “In League With Satan” oder “Countess Bathory”; kurz nach Mitternacht kommt immer auch der Weihnachtsmann dazu, der ist nämlich gar nicht so…

» Halford
Format: Album Länge: 10 Songs | 41:27 Label: Metal God Records Release: 26.10.2009Leserwertung: Ähnliche Artikel:
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