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Zodiac (2007) vs. The Zodiac (2005)

12. Oktober 2009 | Bastian | Filmrezensionen

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Zodiac (2007)Der “Zodiac” war ein Serienmörder, der Ende der 60er Jahre die Bevölkerung von San Francisco und Umgebung in Angst und Schrecken versetzte. Das Mysterium, was ihn umgibt, begründet sich nicht nur aus der Art und Weise, wie er mit Medien und Polizei kommuniziert hat, sondern auch daraus, dass er nie gefasst werden konnte. Zahlreiche Trittbrettfahrer ließen sich von ihm inspirieren, doch bis heute ist es den Ermittlern nicht gelungen, die wahre Identität des “Zodiacs” festzustellen. Die rätselhaften Kryptogramme, die er an die Lokalzeitung  “Chronicle” geschickte hatte und die angeblich seinen wahren Namen preisgeben sollten, konnten bis auf das erste (”killing is so much fun…”) nie entschlüsselt werden. In seinen letzten Briefen hatte er behauptet, 37 Menschen getötet zu haben, bestätigt werden konnten nur fünf. Zwei Menschen überlebten die grausamen Angriffe des Killers.

Für den Cartoonzeichner des Chronicle, Robert Graysmith, ist der “Zodiac” zur Obsession geworden, an dem letztendlich seine Ehe zerbrach. An seinem Buch “Zodiac”, welches nach jahrzehntelanger Arbeit 1986 erschien, und seiner persönlichen Geschichte orientiert sich David Finchers spannender Thriller. Im Vordergrund steht weniger der schattenhafte Mörder, sondern viel mehr Graysmith (Jake Gyllenhaal), Chronicle-Reporter Paul Avery (Robert Downey Jr.) und der Inspektor David Toschi (Mark Ruffalo). Während Toschi jedem einzelnen Indizienbeweis und möglichen Verdächtigen hinterherjagt, berichtet Avery über den Killer und lenkt damit die Aufmerksamkeit des Killers auch auf sich. Graysmith versucht stattdessen, den Rätseln des “Zodiac” auf den Grund zu gehen, vor allem, als die polizeilichen Ermittlungen keinen Erfolg zeigen. Auf eigene Faust begibt er sich auf die Suche nach weiteren Fakten, nach weiteren Teilen des großen Puzzles. Von vielen als Schwäche des Films betrachtet, ist dies die eigentliche Stärke. Die Spuren, die ständig ins Leere laufen, die unsichtbare Bedrohung, die über der Stadt hängt, der unlösbare Fall, der immer stärker an den Nerven der Ermittler zehrt und der immer stärker den Alltag von Graysmith bestimmt, bis es nichts anderes mehr in seinem Leben zu geben scheint.

Fincher geht es nicht um Mythen oder Effekthascherei, es ist vor allem die sorgfältige Detailarbeit und Faktentreue, die den Film so interessant machen. Eine Art leise Spannung durchzieht den ganzen Film, man spürt förmlich den Schleier der Angst, die Verzweiflung aber auch die Besessenheit, die Graysmith befällt. Man spürt aber auch die Frustration über die ständigen Rückschläge, vor allem, als man selbst dem höchst verdächtigen Arthur Leigh Allen, den Graysmith bis heute für den wahren Täter hält, nichts nachweisen kann. Was bleibt, ist die Ungewissheit.

7/10

Alt. Titel (2007): Zodiac – Die Spur des Killers
» Zodiac bei IMDb.com

The Zodiac (2005)Ganz anders ging es zwei Jahre zuvor in “The Zodiac” zu. Gelegenheitsregisseur Alexander Bulkley zwängt seinem Film das Korsett des Suspense-Horror auf, welches ganz und gar nicht zu dem Thriller passen will. Hauptfigur ist im Gegensatz zu Finchers Film ganz klar der Serienmörder, Polizei und Journalisten sind eher die Randfiguren. Von Graysmith selbst fehlt jede Spur, ebensowenig erwähnt der Film Verdächtige, wie er es auch sonst nicht so genau nimmt mit den Fakten. Dafür bettet er das Geschehen etwas nachvollziehbarer in den historischen Kontext ein (Apollo Programm, Manson Family, Vietnamkrieg). Das ist aber auch der einzige positive Punkt dieses Films, der sonst auf ganzer Linie erhebliche Schwächen aufweist.

Eine der Figuren, auf die Bulkley lieber hätte verzichten sollen, ist nämlich der Sohn von Inspektor Matt Parish, Rory Culkin, den wir als grenzdebilen Alu-Hut-Träger aus Signs kennen. Der jüngere Bruder von Macaulay “Kevin” Culkin scheint ein Faible für unnötig mysteriöse Rollen zu haben. Den ganzen Film über benimmt er sich seltsam, hängt überall rum und ist ständig auf dem Polizeirevier, und als Neil Armstrong im Fernsehen den Mond betritt, gibt es wohl nichts, was für ihn weniger interessant wäre. Der Film krankt an der Tatsache, dass es über den Zodiac selbst nicht besonders viel zu erzählen gibt, und er deshalb als Hauptfigur zwangsläufig scheitern muss. Gleichzeitig gelingt es ihm nicht, die Zwischenräume mit einer ansprechenden Geschichte (und dazu gibt es ja mehr als genug Stoff) zu füllen. So bleibt es bei einem Thriller, der lieber ein Horrorfilm wäre, aber so tut, als wäre er tatsächlich spannend. Ganz billig wird es dann am Ende, als im Abspann kurz und bündig erwähnt wird, dass der Zodiac immer noch unterwegs sei. Schmarrn.

2/10

Alt. Titel (2005): Der Zodiac Killer
» The Zodiac bei IMDb.com

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