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Mantric – “The Descent” (10.00 / 10)
Alvin Zealot – “Tears Of St. Lawrence” (9.00 / 10)
Jesu – “Jesu” (9.00 / 10)
Tori Amos – “Under The Pink” (9.00 / 10)
Bersarin Quartett – “Bersarin Quartett” (9.00 / 10)
Magazine
District 9 (2009)
Am Anfang war ein unglücklicher Zufall, ein Zusammentreffen zweier unterschiedlicher Welten, ein Unfall der Geschichte, mitten im Universum. Ein Mißverständnis. 20 Jahre später sind es außerirdische Wesen, die auf der Erde unter unwürdigen Bedingungen hausen, verdammt zum Nichtstun, zum Ausgeliefertsein.
Wer Neill Blomkamps Kurzfilme “Tetra Vaal” und vor allem “Alive in Joburg” zuvor gesehen hat, kennt das Fundament, auf dem die Geschichte von District 9 basiert. Doch auch ohne dieses Vorwissen offenbart sich ziemlich schnell eine der Hauptbotschaften des Films, die eindeutige Gleichung: “illegal aliens” + Südafrika = Apartheid. Außerirdische als Metapher für Diskriminierung und Ausgrenzung unter Menschen; ein Spiegel, in dem man erschreckenderweise kaum das Spiegelbild vom Original unterscheiden kann, möchte man meinen.
Satire, gesellschaftliches Drama und unkonventionelle Science-fiction. Keine Frage, District 9 ist ungewöhnlich, innovativ und vor allem ein Film, der durch seine Distanz zum Hollywood-Einheitskitsch heraussticht, ob man ihn nun mag oder nicht. Kein Märchen für Kinder wie in E.T., kein Abschlachten im Weltall, kein Zusammentreffen, welches von Respekt und Faszination geprägt ist wie in Close Encounters Of The Third Kind. Der Kontakt mit einer außerirdischen Intelligenz ist 20 Jahre später zur Banalität, zur Belastung im Alltag verkommen, und die Besucher, die allein durch ihre technologische Fähigkeit, andere Welten im Universum zu bereisen, Überlegenheit präsentieren, werden zum Objekt der Gier. Die wohl häßlichste Fratze, die mensch aufsetzen kann, zeigt sich hier wieder in allen Facetten – und wir wissen, wieviel Wahrheit im 21. Jahrhundert darin steckt. Wir leben in einer Welt, in der die Fantasien von George Orwell und Philipp K. Dick zunehmend Alltag werden, ohne dass sich dagegen spürbarer Widerstand regt. Deshalb nimmt es die Welt in District 9 auch hin, wie die Außerirdischen in Ghettos und Lagern gehalten, ausgebeutet und für wissenschaftliche Experimente mißbraucht werden. So oft hat man dabei schon zugeschaut, nur die Opfer waren jedes Mal andere. Was können wir schon von Außerirdischen lernen, außer wie ihre Waffen funktionieren?
Ganz so düster ist das Bild sicherlich nicht, welches Neill Blomkamp zeichnen wollte, aber es scheint plausibel, trotz aller “fiction”. Anders als die lang angekündigte Ankunft bei Spielberg, die ewigen Invasions- und Vernichtungspläne à la Independence Day oder X-Files sind die Außerirdischen hier Gestrandete, ohne jegliche bösen wie guten Absichten. Wir erfahren nicht den Grund für ihr Erscheinen, für ihren “Unfall”, doch was sie wollen ist simpel, und kommt uns vielleicht auch bekannt vor: Sie wollen nach Hause, mehr nicht.
Die Vorschusslorbeeren hat sich Blomkamp, egal ob man ihn nun vorher kannte oder nicht, redlich verdient. District 9 ist so großartig geworden, wie man sich das seit 2005 heimlich gewünscht hat, optisch beeindruckend, mit fesselndem Soundtrack und einer Geschichte, die einen so schnell nicht wieder loslassen wird. Als Blomkamp in den Planungen für den Halo-Film ausgebootet wurde, hat Peter Jackson die Gelegenheit ergriffen, und ihm 30 Millionen Dollar geboten – um das zu machen, was immer er auch will. Eine Chance, die er nachweislich bestens genutzt hat. Diesen Film muss man gesehen haben.

» District 9 bei IMDb.com
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25. Oktober 2009