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  • Gerald Oppermann… tolles Review zu einer aussergewöhnlichen Band! Interkulturelles Leben findet nämlich statt...
  • MattJo, ziemlich nichtssagendes Album. Nach diesem ganzen Hochgejubel überall dachte ich wirklich, hier kommt was...

Roy Hargrove Big Band – “Emergence”

23. September 2009 | ME | Musikrezensionen

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September in the Rain…

Roy Hargrove Big Band - "Emergence"Ganz in seinem Element ist der US-amerikanische Jazztrompeter Roy Hargrove, wenn er sich in großer Begleitung der Wurzeln seiner Musik erinnert. Denn mit seinem neuen Album “Emergence” präsentiert uns der geniale Musiker, Arrangeur und Produzent eine liebevolle Hommage an seine Vorbilder Count Basie, Duke Ellington und Dizzy Gillespie.

Schließlich entstamme alle Musik, welche in der Gegenwart von kleinen Besetzungen interpretiert werde, ursprünglich aus der Swing- und Big Band-Ära großer Orchester, so Hargrove. Wir erinnern uns an die legendären Bläsersätze in Count Basies Orchester oder die stimmungsvollen Arrangements des Duke. An Dizzys Experimentierfreude. Nun, all das und noch mehr findet Eingang in den musikalischen Kosmos von Roy Hargroves Big Band.

“September In The Rain” wäre auch ein treffender Titel für diese Sammlung von Songs. Das Laub schwebt zur Erde, New York, der Hauptbahnhof, das Savoy, Plaza, Metropolitan, die Bar, der unvermeidliche Whiskey, Herbst draußen, Herbst im Glas… Ruhige, sehr einschmeichelnde Akkorde wechseln mit treibenden, tanzbaren Rhythmen, welche so manches Mal den technischen Fortschritt der Zwanziger und Dreißer Jahre nachzeichnen; die Einfahrt des Dampfzuges, die spiegelnden Metro-Stationen, das geschäftige Treiben auf den Straßen.

Es ist typisch amerikanisches Lebensgefühl, das sich hier entfaltet. Hargrove spielt seine einsamen treffsicheren Soli, der Pianist swingt sanft und perlend; das Orchester setzt Kontrapunkte, treibt voran und begleitet unseren melancholischen Helden. Sein Orchester besteht aus den Trompetern Frank Greene, Greg Gisbert, Darren Barrett und Ambrose Akinmisure, den Posaunisten Jason Jackson, Vincent Chandler und Saunders Sermons, Baßposaunist Max Seigel, den Altsaxophonisten/Flötisten Bruce Williams und Justin Robinson, den Tenorsaxophoisten/Flötisten Norbert Stachel und Keith Loftis, Baritonsaxophonist/Flötist Jason Marshall, Pianist Gerald Clayton, Gitarrist Saul Rubin, Bassist Danton Boller, Schlagzeuger Montez Coleman und Perkussionist Roland Guerrero. Dazu singt als Gaststar die italienische Sängerin Roberta Gambarini in zwei Songs (dem Standard “Everytime We Say Goodbye” und in der Latino-Komposition “La Puerta”).

Die Rhythmusabteilung groovt wie Basie einst im Septemper, die warme Atmosphäre erinnert an den Duke und so manches Mal streift Hargrove den Be Bop; dann blinzelt Dizzy lässig um die Ecke.
Ähnlich wie die überragende “Moment To Moment” (mit Streichern) aus dem Jahre 1999, welche ja auch die  Atmosphäre der Dreißiger/Vierziger Jahre in Amerika einfing, ist “Emergence” trefflich gelungen; die ruhigen Aspekte ebenso wie die scharf vorgetragenen Bläsersequenzen. Die Soli von Trompete oder Saxophon (u.a. “Requiem”) setzen das richtige Quantum an Improvisation ins Hörbild, besser geht es einfach nicht. Klasse auch die Percussions, welche hintergründig agieren, Hargrove gleichsam umgarnen. Das gleiche gilt für Bass und Piano. Big Band-Jazz kann phantastisch sein, wenn er von Vollblutmusikern gespielt wird. Perfektion und Spontanität, hier hören wir diese Mischung.

10/10

» Roy Hargrove

Format:  Album
Länge:   11 Songs | 70:14
Label:   Emarcy Records
Release: 14.08.2009
Leserwertung:
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