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Sula Bassana & Modulfix – “Brain Wash” (10,00 / 10)
forheksetDas Original ist wunderbar trashig und lebt in meinen Augen auch nur davon, so hanebüchen...
TobiasHallo Bastian, vielen Dank für die geniale Beschreibung ! Finde ich extrem passend ausgedrück und geht auch in...
MEDas hymnische, kratzige, sehr melancholische ‘Atter Pä Malmtings Blodige Voll’ (welches durchaus an...
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Thisquietarmy – “Resurgence”
Ein blubbernder, musikalischer Kreativ-Vulkan
Wer schon schlechte Erfahrungen mit Post-Rock gemacht hat, und dabei eher an Würfelmusik mit Plätschercharakter denken muss, der darf jetzt die Lauscher aufspannen. Zwar ist Eric Quach alias THISQUIETARMY aus Montréal kein selbsterklärter postmoderner Gitarrero, aber er streift die Gefilde, die in den letzten Jahren immer inflationärere Ausmaße angenommen haben. Quach widerstrebt es allerdings, szenekonforme Klanggebilde mit dem Charme eines Endlosreims zu entwerfen, sondern experimentiert an den Seiten mit einer Spielfreude und Verve, der ausgesprochen erfrischend ist.
“Resurgence” beginnt verhalten, startet nach einem kurzen Ambientfeld dann aber richtig durch, so als ob sich Shoegaze und Post-Punk die Klinke in die Hand geben. Nach diesem ersten Ritt wird es dann zunehmend experimenteller. Feedbacks, Noise, Schwingungen, schwebende Klänge – ein Mann, eine Gitarre und ein Tisch voller Effektgeräte, die hier an manchen Stellen gleich zwei Bands zu ersetzen scheinen. Heraus kommt dann z.B. so ein fragiles Stück wie “Whispers In The Trees”, bei dem sich AIDAN BAKER und LYCIA treffen.
“Resurgence” macht keinen Hehl daraus, dass man es hier mit einem Einzelkämpfer zu tun hat. Die Freiheiten und Kompromißlosigkeit, die in einem Bandgefüge so nicht möglich wären, werden hier hör- und fühlbar. Das Album pulsiert, fließt, schleppt sich durch verschiedene Aggregatzustände, in denen der Hörer niemals bevormundet wird – weder durch allzu strenge Strukturierung noch durch organisierte Planlosigkeit.
Quach ist auch ein visueller Künstler, und das merkt man den Kompositionen an. Seine Klanglandschaften und -exkursionen sind für Bilder geschrieben, und dabei nicht unbedingt für das oft zitierte Kopfkino. Aber die Musik hat eine visuelle Qualität, bei der man noch nicht mal Synästhetiker sein muss, um das nachzuempfinden. Gewiß, man sollte ein Ohr für Experimentelles haben. THISQUIETARMY ist kein Projekt, das für durchkomponierte, normgerechte Musik steht. Wer auch bei rein instrumentalen Ausflügen auf gewisse Strukturen und Muster nicht verzichten will, wird mit “Resurgence” weniger Freude haben. Wer Musik gern als blubbernden, quicklebendigen Kreativvulkan wahrnimmt, schon viel eher.
Warum sich Skeptiker dennoch mal mit dieser Platte beschäftigen sollten, zeigen auch solche schönen Stücke wie “Gone To The Unseen”. Oftmals sind es die einfachsten Motive, die die größte Wirkung entfalten. Zur prägnanten, verhallten Gitarre gesellt sich unaufgeregtes Schlagzeug und bald auch zurückhaltender Gesang. Und bei “Ballad Of A Shepherdess” singen die Violinen. Quach überfrachtet seine Musik an keiner Stelle, und genau das macht den Reiz aus. Proben muss man sich weder in Geduld noch an nervlicher Belastbarkeit, “Resurgence” eignet sich für den menschlichen Körper sowohl in bewegtem als auch entspannten Zustand. Und für den Geist sowieso.

Format: Doppel-Album Länge: 15 Songs | 107:09 Label: Denovali Records Release: 25.11.2011Leserwertung: Twittern
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