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Valborg – “Barbarian”

7. August 2011 | Bastian | Musikrezensionen | 1.660 mal gelesen

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Von Frostlandschaften zu Engelsmusik

Wenn ich’s mir recht überlege, sind VALBORG doch eine ziemlich unbequeme Band. Man kann sich an ihr reiben, sie ertragen und erleiden, in ihrer Musik aufgehen oder sie zum Teufel wünschen – doch irgendwie möchte man nicht darüber reden. VALBORG, die Antipille gegen Easy-Listening-Mentalität, ist eine der ganz wenigen Bands, denen es bereits mit einem Song gelungen ist, ihre eigene Identität zu definieren, in der großen Metalwelt ein kleines Achtungszeichen zu setzen. Nicht verwunderlich also, wenn auch ihr neues Werk “Barbarian” in dieser geheimnisvollen Aura schimmert, die sich klugen Reflektionen widersetzt. Nein, das muss man wirklich erleben.

Einmal mehr wird die Grundfärbung durch den Mix aus Doom, progressivem Death Metal und psychedelischen Anwandlungen bestimmt. Der markante Dual-Gesang mit klarer vs. mächtiger Stimme, das eiskalt agierende Schlagzeug und die eingeflochtenen Dissonanzen in den Riffs erzeugen eine ergreifende Wirkung, die den Hörer schon in den ersten Minuten völlig vereinnahmt. Markerschütternd ist das, was da mit “Amethystine Skies” in finsterer Schönheit erklingt, einem endlosen Donnergrollen gleich der erhabene Charakter von “Battlefield Of Souls”. Nicht weniger faszinierend das kleine Epos “Phlegethonian Stream”, in dem VALBORG einmal mehr ihre geschwungene Handschrift präsentieren, die aus der düsteren Melange diese einzigeartige, schwerfällig-schwermütige Rockmusik entstehen lässt. Sie lieben das Spiel mit den Kontrasten, erbauen mit “Towering Clouds” zunächst einen mächtigen Brocken, der sich dann bis hin zu “Iron Dreams” zu einem elegischen, mit akustischen Noten verzierten Stück wandelt.

Die Überraschung folgt wie schon auf “Crown Of Sorrow” zum Schluß: Statt Retro-Rocker á la “I Am Space” legen sie hier mit “Samantha Alive” eine einfühlsame Düsterrock-Ballade hin, bei der man urplötzlich das Gefühl hat,  im Gothic Rock der späten 80er angekommen zu sein. Von der klirrend kalten Atmosphäre CELTIC FROSTs zum Vibe von FIELDS OF THE NEPHILIM in unter 30 Minuten, das ist wahrlich eine Reise, die man unternehmen sollte! Der mit einem markigen “Kick It!” vollzogene Schwenk weg vom melancholischen Überbau hin zur letzten, hart rockenden Energiereserve rundet das Album so gut ab, dass das eigentliche letzte Stück wie auf verlorenem Posten steht.

Wer “Crown Of Sorrow” kennt, wird an “Barbarian” seine helle Freude haben. Allen Nicht- oder nur-vom-Namen-Kennern sei gesagt: Ja, VALBORG sind unbequem, aber was sie hier barbarisch gut zelebrieren, muss man bei anderen sehr, sehr lange suchen.

» Valborg

Format:  Album
Länge:   11 Songs | 50:56
Label:   Zeitgeister Music
Release: 30.04.2011

Leserwertung:

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