

-
Heaven And Hell – “The Devil You Know” (10,00)
Warfield Within – “Inner Bomb Exploding” (10,00)
Black Sabbath – “13″ (9,20)
Grails – “Redlight”
Die große Kunst der perfekten Atmosphäre
GRAILS gehören meiner Meinung nach zu den ganz Großen der weiten Post-Rock-Szene, denn sie sind eine der (leider) recht wenigen Bands, die sich im Laufe der Jahre eigene Charaktermerkmale erspielt haben und diese von Album zu Album stets verfeinern. GRAILS agieren zudem grenzüberschreitend und es wäre vermessen zu behaupten, dass sie nur einem Genre zugehörig sind. Nur die Schublade Post-Rock wäre eine schlichtweg inkorrekte Bezeichnung. GRAILS wildern im Jazz, in der Prog-Ecke, im Alternative Rock, überall dort, wo sie meinen, etwas für sich herausziehen zu können. Sie bauen avantgardistische Elemente ein, agieren experimentell und dabei stets aufgeschlossen. Wichtig ist, dass alles zusammenpasst und ein großes, funktionierendes Ganzes ergibt. Das hört man der Musik dieser Band an. Besonders ihr Album “Redlight” ist ein herausragendes Beispiel für genreübergreifende Musik, die keinen Grenzen auferlegt und trotzdem absolut in sich rund und stimmig ist.
Beruhigende, klar und offen gespielte, manchmal auch gezupfte Gitarrenparts wechseln sich mit atmosphärischen Klangteppichen ab, die sich langsam zu komplexen Strukturen aufbäumen und wiederum in verspielten und energetischen Passagen gipfeln. Sie reißen den Hörer mit, gehen kurz danach wieder in eine wohlige Entspannungsphase über und spielen so mit dem Konsumenten ein fesselndes Spiel der Dynamik. Das Schlagzeug arbeitet dabei oftmals eher unterstützend (sozusagen als Percussion-Instrument) und an den richtigen Stellen zurückhaltend. Bei GRAILS geht es nicht um das Zeigen des Könnens (das Können der Musiker ist über jeden Zweifel erhaben), sondern um den Aufbau von Atmoshäre und ineinander greifenden Elementen.
Streicher und ohnehin klassische Instrumente verfeinern dabei den Gesamt-Sound und schaffen so eine Ebene, die einem Großteil anderer Post-Rock-Bands, die sich selbst limitieren, einschränken und eher bemüht sind, ihre Idole nachzuäffen, übergeordnet erscheint. GRAILS sind wahre Meister ihres Fachs und jeder, der von sich behauptet, ein Post-Rock-Freak zu sein, sollte, nein, muss diese Band wenigstens gehört haben. GRAILS sind genial!
![]()
» Grails
Format: Album Länge: 10 Songs | 41:51 Label: Neurot Recordings Release: 20.09.2004Leserwertung: Twittern
Ähnliche Artikel:
» Grails – “Deep Politics”
» Grails – “Burning Off Impurities”
» Del Rey – “Immemorial”
» Crippled Black Phoenix – “200 Tons Of Bad Luck”
» Hypomanie – “A City In Mono”






(3 Wertungen, Ø 9,00 von 10)