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Exxasens – “Eleven Miles” (10,00 / 10)
valerie renayTake a look! http://www.youtube.com/watch?v =vViinMt156s
MEAuch hier gilt: die Version mit Bonus greifen! ‘Age Of Creation’ ist ein wunderbarer Achterbahn-Track,...
MEAuch für dieses Album gilt: die edle Digifassung mit Bonustrack ‘Tired Bones’ (lässig-schwerer...
Atlantean Kodex – “The Golden Bough”
Mit der Flachzange geschmiedet
Wenn die Clans der selbsternannten Metal-Community bestimmte sehr “trve” Metal-Veröffentlichungen bzw. Debüts sogleich als Jahrhundertalben überschwänglich abfeiern, begegne ich derartigen Entäußerungen zunächst gerne verhalten. So konnte ich nach Prüfung der Erstalben von HAMMERFALL (noch die besten der hier genannten), METAL INQUISITOR oder SABATON selbige keineswegs als wegweisend oder der Weisheit letzter Schluss im Heavy-Sektor bezeichnen.
Nun, ATLANTEAN KODEX geben sich nicht nur trve, sondern in Interviews gern auch elitär, denn sie wissen laut eigenen Aussagen, wie authentischer Metal zu tönen hat, unverfälscht, echt, natürlich antimodern, aber auch keineswegs von solchen Abarten wie Death oder Black beeinflusst. Diese unschöne Entwicklung, welche ja auch schon 20 Jahre auf dem Buckel hat, liegt für die deutsche Band noch in weiter Zukunft.
Denn ATLANTEAN KODEX bieten klare Gesänge, etwas pathetisch, ziemlich gewöhnungsbedürftig und sehr deutsch, was die englische Phrasierung betrifft, dazu butterweiche Gitarrenanschläge zu episch ausufernden Arrangements. Sofort kommen seitens des Auditoriums (mit Ansage) Vergleiche mit MANOWAR, CANDLEMASS und BATHORY ins Spiel, welche jedoch, wen wundert es, allesamt am goldenen Schnitt vorbeizielen.
Nein, ATLANTEAN KODEX bieten zwar etwas Folklore, stimmungsvolle Glockenklänge und versuchen sich an der Atmosphäre von Grimms Märchen, jedoch kann der gebotene Bombast niemals die Sog- und Hypnosewirkung entfalten, wie sie etwa von SUMMONING (natürlich in einem anderen Genre) erreicht wird, an deren romantische Cover das Frontbild der Deutschen stark erinnert. Gut, “Die Toteninsel” von Böklin hat es eigentlich verdient, nicht spiegelverkehrt abgebildet zu werden, aber da gab es wohl technische Probleme.
Nun, selbige gibt es auch, was die Arrangements betrifft, denn diese sind zwar mit einiger Überlänge gesegnet, leider jedoch auch mit überbordender Langeweile, denn die Märchenwelt von ATLANTEAN KODEX ist ausschließlich von guten, handzahmen Personen mit Heiligenschein bevölkert, was schnell zu Ernüchterung führt. In ein Märchen gehören auch dunkle Momente, nicht nur Hall, Friede, Freude, selbstgebackener Eierkuchen. Die hellen Leads und Soli kontrastieren nicht, sondern spielen sich immer in den Vordergrund letztendlich guter Laune und die Gesangslinien sind auch alles andere als inspiriert vorgetragen, ein echter Schwachpunkt der Veröffentlichung.
Sicher, man kann das schon hören, aber mal ehrlich, sowas wird von MANOWAR mit Muskeln und im Galopp viel besser geboten, alte CANDLEMASS ließen auch die Bösen in Erscheinung treten (heute tun sie das auch nicht mehr) und BATHORY sind ohnehin ganz woanders zuhause, da, wo die schneebedeckten Hügel Augen haben, jedoch nicht im von aller Zivilisation, Moderne und Abwechslung jedweder Art verschonten deutschen Tal des Jammers.
Viel zu lang ist das Ganze, natürlich nicht elitär, sondern in der Mitte des Stroms, echte Melancholie und sich entwickelnde Spannung Fehlanzeige. Und die URIAH HEEP-Zitate am Ende des langatmigen “Pilgrim” sind aber auch dermaßen schräg (“Aaaahhhhaaaa – Aaaahhhhaaaa…”) geraten, da kann es nur ein neuer Anlauf richten. Diesbezüglich besonders zuversichtlich bin ich jedoch nicht gestimmt. Und dass die Härtner-Community so was Simples kollektiv abfeiert, sollte mal wieder zu denken geben…

Format: Album Länge: 9 Songs | 64:07 Label: Cruz Del Sur Music Release: 02.10.2010Leserwertung: Twittern
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31. Oktober 2010