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Aun – “Black Pyramid”

12. Oktober 2010 | Bastian | Musikrezensionen | 730 mal gelesen

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Musik für “Immortel”

Aun - "Black Pyramid"Die Pyramide kam mir gleich so bekannt vor, und ich hätte mir meiner Assoziation nicht näher an der Wahrheit liegen können: AUNs neues Album zeigt sich stark inspiriert von den kreativen Welten von Enki Bilal, ganz besonders der Film “Immortel (ad vitam)”, dem auch die schwarze Pyramide entstammt. Diese schwebt wie ein Raumschiff über dem New York an der Schwelle des 22. Jahrhunderts. “Immortel” selbst ist ein faszinierender Science-fiction Film, in dem computergenerierte Animation mit “echten” Bildern eine interessante Symbiose eingeht. “Black Pyramid” fängt die Atmosphäre dieses Films so gut ein, dass es beinahe als Soundtrack dienen könnte.

Der Kanadier Martin Dumais ist als AUN ein sehr fleißiger Klangelektroniker, der auf “Black Pyramid” zeigt, wie nah Licht und Dunkel im Ambient zusammenliegen können. Das Album zeigt einerseits die leblose Starre und Kälte einer mechanisierten Großstadt, andererseits zeugen mitunter äußerst zaghafte Melodien und warme Klangflächen vom Leben, das darin pulsiert. Das Titelstück selbst strahlt Fremdartigkeit und auch Bedrohlichkeit aus, und so wie dieses seltsame Flugobjekt über der Stadt schwebt, so wie das Schicksal von Horus im Film in der Schwebe hängt, so lauernd ist die Stimmung dieses Tracks. Verzerrungen kommen hier zum Tragen, ebenso die Gitarrendrones, die typisch für den Sound von AUN sind. Es stecken weitaus mehr Details in diesem Album, dutzende Samples, Feinheiten, Kontrastierungen – was deutlicher auffällt, sind die Synthesizer, die den Stücken in einigen Passagen schon einen fast sakralen Charakter geben.

“Black Pyramid” spiegelt das visuelle Stimmungsbild des Films sehr gut wieder, welches von Themen wie Göttlichkeit, Übernatürlichkeit, Zukunft, Technik, Gefahr und auch Hoffnung lebt. Eine zusätzliche experimentelle Note kommt mit dem letzten Track “Shining” hinzu, der mich ein bisschen an ARX KAELI erinnert, vor allem durch die spürbaren Beats und seinen technischen Charakter. Im Gegensatz zu den meisten Ambientalben entwirft AUN hier keine eigene Welt, das New York von 2095 ist seine Spielwiese, für die er wirklich passable Klangtexturen entworfen hat – und ganz nebenbei vielleicht auch sein bisher zugänglichstes Album. “Black Pyramid” lädt überzeugend zum sofortigen Eintauchen in die Musik ein, und wenn man den Film bereits kennt, fällt es noch viel leichter.

7/10

» Aun

Format:  Album
Länge:   7 Songs | 47:59
Label:   Cyclic Law
Release: 07.09.2010
Leserwertung:
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