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Exxasens – “Eleven Miles” (10,00 / 10)
valerie renayTake a look! http://www.youtube.com/watch?v =vViinMt156s
MEAuch hier gilt: die Version mit Bonus greifen! ‘Age Of Creation’ ist ein wunderbarer Achterbahn-Track,...
MEAuch für dieses Album gilt: die edle Digifassung mit Bonustrack ‘Tired Bones’ (lässig-schwerer...
Rosenstolz – “Die Suche geht weiter”
Berlin By Night (Part III): Sushi und Latte
Betritt man die Wohnung von Kollegen des gehobenen Mittelstands, so kann einem nicht selten folgendes passieren: man erblickt nach unerfreulichem Rundumblick durch ein gestyltes Wohnambiente die obligatorischen Bücher von Florian Illies, Benjamin Stuckrad-Barre, Judith Hermann oder Charlotte Roche im trendigen Mobiliar aus biologisch-abgebauten Billig-Hölzern, die Farbe an den Wänden ist in orangefarbener Klatschtechnik recht originell aufgebracht, das I-Phone liegt neben der Wellnessbroschüre, denn Urlaub ist immer mit Laufen, Joggen, Rennen, Nordic Walking und etwas Biken sowie Karotten im Dutzend verbunden und die permanente Erreichbarkeit muss gewährleistet sein, klar. Essen? Ja Sushi, bitte, danach eine Latte Machiato, denn wir sind Weltbürger.
Nun, bei derartiger Klientel finden wir notgedrungen auch einige wenige, immergleiche CDs. Dazu gehören neben einigen Sülzpopgrößen aus dem Vorabendprogramm immer auch JULI, SILBERMOND, WIR SIND HELDEN, RAMMSTEIN und natürlich ROSENSTOLZ. Diese Band setzt seit Jahren auf das pseudoverruchte Image ihrer Sängerin AnNa R. (Oma Duck hat weit mehr Sex-Appeal) als Eye- und Earcatcher. “Komponist” der seltsam blutleeren Tracks ist Peter Plate, welcher auch gern einmal harmlosen, ziemlich talentfreien Gesang zum Geschehen beisteuert. Alles klingt gefällig, neumodern, neoliberal, wir sind im Plüsch angekommen, dürfen uns zurücklehnen, denn das Geld arbeitet für uns.
Probleme? Nur mit der ewigen Selbstfindung. “Die Suche Geht Weiter” eröffnet mit dem selten blöden Titel “Ich Bin Mein Haus”, der im Grunde das gesamte Textkonzept kurz fasst. Klar, es gibt zuwenig Liebe, man trinkt auf den anderen, die Nacht macht es schwer, das Meer ist tief, das Land hoch, wo ist mein Traum, es geht einfach weiter, mir ist so kalt und ähnlich gelagerte Stilblüten hagelt es im Dutzend, und zwar pro Song. Klavierklänge simpelster Arithmetik lassen uns beinahe einschlummern, AnNa singt immer etwas zu hell, angestrengt, nicht wirklich lässig. Trällerelsen würden nun den Stimmenüberschlag folgen lassen, doch nicht mit ROSENSTOLZ.
Da bleibt alles konventionell, bourgeois; die RAINBIRDS und selbst IDEAL wären Revolution, und das wollen wir doch nicht, denn es geht uns gut, wenn wir nur mehr Fitness ins Programm nehmen könnten, aber von morgens bis abends sind wir ja in der Agentur; danach Familienmanagement, das Light-Gericht will nun zubereitet sein, zeitsparend zwischen Kochen und Haushalt schnell noch rauf aufs Laufband, immerhin, halt, Moment, wie ist unser Layout, Spiegelblick, okay, ich seh geil aus, Hilfiger und Nike machen es möglich, Cellulite fast keine. Nachhaltigkeit ist nun gewährleistet, bald muss ein neues Zeitfenster geöffnet werden, um prozessorientiert weiter usw.
Unglaublich schlecht, diese kantenfreie, durchgestylte, keimfreie, emotionslose Musik. Rosen ohne Dornen gibt es nun mal nicht. Ob die Hörer das irgendwann einsehen?

Format: Album Länge: 12 Songs | 49:16 Label: Island / Universal Release: 26.09.2008Leserwertung: Twittern
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