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Exxasens – “Eleven Miles” (10,00 / 10)
valerie renayTake a look! http://www.youtube.com/watch?v =vViinMt156s
MEAuch hier gilt: die Version mit Bonus greifen! ‘Age Of Creation’ ist ein wunderbarer Achterbahn-Track,...
MEAuch für dieses Album gilt: die edle Digifassung mit Bonustrack ‘Tired Bones’ (lässig-schwerer...
Dark Tranquillity – “We Are The Void”
Zurück im Zaubergarten
Die Schweden DARK TRANQUILLITY habe ich erst mit ihrem experimentellen (und sträflich unterbewerteten) Album “Projector” kennen gelernt. Die aufgebotenen Klargesänge in Verbindung mit alter Schule, Rock und Death Metal gaben seinerzeit eine unverwechselbare Mischung ab. Mit dem melodischen “Haven” nahm die Band eine Kurskorrektur vor; Beinahe poprockige Melodien in Kontrast zu den Reibeisengrowls von Stanne war die Devise. “Damage Done” geriet wieder härter, schneller; mit “Character” und “Fiction” hielt dann eine gewisse Kälte Einzug in die Arrangements von DARK TRANQUILLITY, was u. a. auch auf Tue Madsen, den “neuen” Produzent, zurückzuführen war.
Daher war ich schon gespannt, wohin sich die Band mit “We Are The Void” nun entwickeln würde. Der Opener “Shadow Of Our Blood” eröffnet wie eine sich windende Schlange im Korb, wenn KING DIAMOND zu Jivarps Percussion und Antonssons Bass die Totenflöte spielen würde; es folgt die groovende Hookline, Speed in der Strophenphase, die typisch flirrenden Schwedengitarren, ein Chorus nach art früherer DIMMU BORGIR, ein rauschendes Solo. Das orientalisch beginnende “Dream Oblivion” kennen wir, denn dieser Song wurde vorab veröffentlicht. Typisch DARK TRANQUILLITY, der kratzige Gesang zu melancholischen Gitarren-Melodien unter schwerem Keyboard-Samtvorhang, fett produziert. Überhaupt, die Produktion von drückt stärker als zuletzt, basslastiger, was sicher daran liegt, dass das Album in den Studios von Bassist David Antonsson und dem von Keyboarder Martin Brändström eingespielt/produziert wurde und Tue Madsen erst ganz am Ende zur Feile greifen durfte; der klinisch-sterile Sound der letzten Alben hatte so kaum eine Chance.
Auch “The Fatalist” (“The Day Has Come…”, ein gemeinguter Chorus) schippert durch orchestrales Terrain, welches uns nicht ganz unbekannt ist. Der Chorus, welcher erneut schwarzmetallische Anspielungen enthält, wildert im barocken Gärtchen hinter dem Schlosspark, welches seit 100 Jahren in Vergessenheit schlummert. Ganz so kalt wie die letzten beiden Alben tönt “We Are The Void” demnach bisher nicht. Es scheint mir so, als ob DARK TRANQUILLITY die typischen Trademarks bündeln, ohne allzu viel Neues auszuprobieren, sozusagen auf die bewährte Mischung setzen und selbige atmosphärisch verfeinern. Auffällig auch, dass der musikalischen Vergangenheit der Band wieder mehr Raum gelassen wird, vor allem der mittleren Schaffensphase.
Gesprochene Passagen und Akustisches hören wir “In My Absence”; allerdings auch Keyboardgeringel von Brändström, Soli und harte, schnelle Parts. In “The Grandest Accusation” regiert Midtempo. Und das Klavier hat in der Tat wieder an Bedeutung gewonnen. Das Spiel mit Hall, einer Portion Kitsch, dem Kontrast von unheimlicher Stille und sich steigernder Unruhe wird weitergetrieben. Und dann endlich die Klarstimme von Stanne; der Song tönt viel versprechend, auch wegen des atmosphärischen Aufbaus. Verschnörkelt auch “At The Point Of Ignition”; Stanne phrasiert hier flüsternd, heiser, getragen, erst episch, dann im Sturm: der geschickt gesetzte Refrain fräst sich wie von selbst in die Gehörgänge. Mit Klarstimme eröffnet er “Her Silent Language”. Im Chorus krächzt Stanne dann wie der Rabe im Winter 2010, wenn das Eichhörnchen ihm die Nüsse wegschnappen will, die Haselnüsse im Vogelhäuschen meine ich.
Glasklar das Intro zum dämonisch guten “Arkhangelsk” (Im Hafen von Archangelsk wurde den russischen Truppen während des II. Weltkrieges Waffen und Güter aus den USA angeliefert). Der Chorus, wieder stark an Black Metal der Neunziger angelehnt und diese weite, dunkle Atmosphäre, dazu die filigranen Soli von Sundin und Henriksson erzeugen ein weiteres Highlight der CD. DARK TRANQUILLITY haben die Songs organischer arrangiert. Die mechanische Kälte der letzten Alben haben sie nicht vollends abgelegt, sondern beschränken sie eher auf kleine elektronische Grautupfer. Der Titelsong “I Am The Void” sichelt mit Speed durch die Landschaft; ein glasklares Solo mündet in ein schräges Thrashriff, welches kurz wie eine Blume aus rotem Feuerwerk aufleuchtet.
Auch “Surface The Infinite” knüppelt zunächst. Doch nicht im Chorus, denn der greift in die Ferne aus, bringt diese für Sundin, Henriksson, Jivarp und Co. bekannte Tragik ins dramatisch ausufernde Spiel. DARK TRANQUILLITY spielen weder MetalCore-Refrains noch gibt es diese stereotype bei den meisten Bands des Genres anzutreffende Laut-Leise-Dynamik um ihrer selbst willen. Das stimmt fein. Immer platziert die Band neben Gothic-Elemente Death Metal und rockige Leads, welche dann ineinander verschlungen, verwoben werden. Das macht DARK TRANQUILLITY so schnell keiner nach. Das Finale “Iridium” (ein geheimnisvolles chemisches Element, falls ich in der Baumschule nicht falsch unterrichtet wurde) bietet zum dritten Male Stannes dunklen charismatisch-emotionalen Klargesang; die Passagen von der Transparenz eines Schmetterlingsflügels sind wirklich klasse geraten, auch die damit kontrastierende harsche Auflösung. DARK TRANQUILLITY ist wieder eine richtig gute Veröffentlichung gelungen. Obwohl sie durchaus noch experimenteller hätten vorgehen können, hängen sie auch mit diesen kleinen Schritten der Veränderung (oder wollen wir es Variation nennen?), der gleichzeitig unüberhörbaren Rückbesinnung auf wärmere Tonlagen in den wieder zugänglicheren Tracks erneut sämtliche Genrekonkurrenz ab, vor allem auch ihre Kumpels von IN FLAMES. War ja ohnehin klar. “We Are The Void”, auf DARK TRANQUILLITY trifft es nicht zu.

Format: Album Länge: 11 Songs | 47:34 Label: Century Media Release: 24.02.2010Leserwertung: Twittern
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