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Exxasens – “Eleven Miles” (10,00 / 10)
valerie renayTake a look! http://www.youtube.com/watch?v =vViinMt156s
MEAuch hier gilt: die Version mit Bonus greifen! ‘Age Of Creation’ ist ein wunderbarer Achterbahn-Track,...
MEAuch für dieses Album gilt: die edle Digifassung mit Bonustrack ‘Tired Bones’ (lässig-schwerer...
Disaster Spoofs
Über Parodie im Film und die zwei unfähigsten Filmregisseure Hollywoods
‘Spoof’ – Parodie. Die Parodie ist im Grunde nichts anderes als eine Kopie, nur dass diese Art der Imitation einer ganz bestimmten Motivation und Struktur folgt. Die Parodie bedient sich gewisser Eigenschaften des Originals, und schafft dadurch eine kulturelle Referenz, die noch älter ist als die Griechen, die die Parodie vermutlich als erste beschrieben. Die Parodie ist vermutlich fast so alt wie die Menschheit selbst, der ‘spoof film’ verständlicherweise aber wesentlich jünger.
Als in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Produktion von Filmen rapide anstieg, dauerte es nicht lange, bis die ersten Filmemacher und Drehbuchautoren auf die Idee kamen, einfach mal ihre eigene Zunft auf die Schippe zu nehmen. Die Filme mit dem Comedy-Duo Abbott und Costello gehören zu den ersten Spoofs, und beide haben gleichzeitig auch einen Trend eingeläutet, der sich bis heute hält: Spoof Serien, ganze Reihen von Filmen, die vom Erfolg des Debütfilms profitieren. Das Erfolgskonzept ist nämlich denkbar einfach: Kennt man die parodierten Originale, die da durch den Celluloid-Kakao gezogen werden, und bringt man als Zuschauer eine gute Portion Humor mit, dann kann eigentlich nichts schiefgehen. Oftmals entlarven die Parodien die Schwachstellen, den Unsinn, die unfreiwillige Komik der ernsthaften Originale, oder stellen sie in einen ganz anderen Kontext, der sie völlig bloßstellt.
In jedem Zuschauer steckt ein kleiner Spoof-Autor, denn im Nachhinein hat sich sicherlich schon jeder einmal Gedanken darüber gemacht, wie man einen Film veralbern könnte, vor allem, wenn sich dafür genügend Angriffsfläche bietet. Und ist es nicht schön, wenn man das Original liebt aber auch über die Parodie lachen kann? Genau das zeichnet gute Spoof-Filme aus: Sie schlachten die Originale teilweise gnadenlos aus, aber bekunden gleichzeitig ihre Liebe an die Genres und Filme, zollen ihnen Tribut.
Man denke nur an die unzähligen Sandalenfilme, die die britische Komikertruppe Monty Python in Life of Brian verulkt hat, oder wie sie sämtliche Mittelalter-Filmklischees in Monty Python and the Holy Grail auf die Spitze trieben. In den USA machte eine andere Gruppe von sich reden: Jim Abrahams, David Zucker und Jerry Zucker. Ihrer Feder entstammen Genreperlen wie Kentucky Fried Movie, Airplane!, Top Secret!, nicht zu vergessen Police Squad und die Naked Gun Reihe. Man erinnere sich an Mel Brooks’ Klassiker Spaceballs. Nicht mal das Sexploitation-Genre zeigte sich mit Flesh Gordon abgeneigt (und wer einen Blick aufs schlüpfrige Pornogeschäft wirft, der wird erkennen, dass Filmparodien dort ebenfalls seit Jahrzehnten etabliert sind). Filme wie Hot Shots! sind zu Blockbustern geworden und konnten Weltstars von Rang für sich gewinnen.
Kein Genre wird verschont, Tabus werden gebrochen und Geschmacksgrenzen ständig neu ausgelotet. Jedes neue Filmjahrzehnt, seine Trends sowie dessen aktuelle Geschehnisse und Persönlichkeiten bieten neuen Stoff für Parodisten, genau deshalb wird es auch immer Spoof-Filme geben. Doch gerade in den letzten zehn Jahren hat es eine regelrechte Schwemme gegeben, deren Qualität nachweislich gesunken ist. Das trifft zwar nicht auf jedes Werk gleichermaßen zu (Shaun of The Dead entwickelte sich überraschend zu einem Kulthit, und mit Schrecken denkt man an Austin Powers), aber die Qualitätsunterschiede könnten kaum größer sein. Ein sechsköpfiges Autorenteam ersann die Idee des Scary Movie, in dem aktuelle Teenie-Slasher und Horrorfilme, i.e. der Verkaufsschlager Scream verwurstet werden sollten. Dieses Konzept war zwar kein Erfolgsgarant, doch die Umsetzung gelang den Produzenten wesentlich besser, als beim fast identisch angelegten Shriek If You Know What I Did Last Friday the Thirteenth, der im gleichen Jahr an den Kinokassen unterging – und aus Scary Movie wurde ein neues Franchise.
Jason Friedberg und Aaron Seltzer, die schon vier Jahre zuvor mit Spy Hard einen Bock schossen, gehörten dem Scary Autorenteam an, auch wenn sie für die nachfolgenden Teile nicht mehr verpflichtet wurden. Das hinderte sie auch nie daran, bis heute auf jedem Filmposter den Verweis anzubringen, dass zwei Autoren von Scary Movie beteiligt wären. Wenn man sonst kaum Referenzen vorzuweisen hat, muss man eben mit falschen Klunkern glänzen.
Die Nachfolger der Scream-Parodie verunglückten auch ohne sie, allen voran der zweite Teil. Doch auch Nummer 3 und 4 konnten trotz Schützenhilfe der Comedy-Veteranen Zucker und Abrahams kein neues Land erobern. Was man hier geboten bekam, war ausgelutschter Humor mit extrem kurzer Halbwertszeit, der selbst in den 90ern oder 80ern keinen stehenden Applaus geerntet hätte. Doch wie beim nicht enden wollenden Saw-Alptraum kündigt sich schon der fünfte Teil am Horizont an.
Friedberg und Seltzer hatten größeres vor. Nachdem ihnen bereits 2001 durch Not Another Teen Movie eine geeignete Ideenquelle durch die Lappen gegangen war, versuchten sie sich an der Parodie von sog. Date-Filmen. Für größtmöglichen Wiedererkennungswert wurde der Film einfach Date Movie genannt und entsprechend vermarktet. Das Ergebnis war jedoch eine mittlere Katastrophe, die wenig später mit Epic Movie gesteigert wurde. Hier hatten es die beiden besonders auf das Fantasy-Genre abgesehen. Doch was sie zwischen den Welten von Narnia und Willy Wonkas Schokoladenfabrik anrichteten, glich schon keiner Parodie mehr sondern einer Vergewaltigung. Es folgte das nicht minder schreckliche Meet The Spartans, dessen Rückgrat eindeutig von Zack Snyders 300 dominiert wurde. In diesem, wie auch in den anderen Filmen wurden aber auch immer gerne Elemente und Schnipsel aus anderen Filmen verwendet. Irgendwann scheinen ihnen dann 2008 komplett die Ideen ausgegangenen zu sein, ihre Augen scheinen sich jeglicher potentieller Stoßrichtung verschlossen zu haben. Aus diesem kreativen Wachkoma entstand der Müll, den man normalerweise unter jedem Schneidetisch vorgekehrt und umgehend in einem hermetisch abgeriegelten Salzstock entsorgt hätte: Disaster Movie.
Dieser Film ist tatsächlich eine echte Katastrophe. Er ist eine geistige Bankrotterklärung, weißes Rauschen in Farbe und Stereo, irreversible Sofortverdummung in Tateinheit mit seelischer Grausamkeit. Diese Schale, die Friedberg und Seltzer da über uns ausgegossen haben, bringt den Zug des Fäkalhumors und billigster Sexwitzchen auf der untersten Niveauschiene zum Entgleisen. Die einzig mögliche Steigerung, die ich mir gar nicht vorstellen möchte, wäre vermutlich ein zweistündiger Rülps vor einem mit Hundekot verzierten Tittenpanorama. Disaster Movie, dass ist Ideen- und Planlosigkeit in Perfektion, bei der zusammenhangsloseste zeitnahe Ereignisse und Elemente aktueller Filme in einen Schredder geworfen und zu einer ungenießbaren, abstoßenden Masse zerhäckselt werden. Bei so einer Quantität an präpubertärem Fremdschämen muss die Zeit an der Highschool wirklich das Schrecklichste sein, was jungen Amerikanern widerfahren kann.
Vielleicht sind Friedberg und Seltzer in ihren jungen Jahren zu oft auf den Kopf gefallen oder verdroschen worden. Vielleicht ist es auch schlimmer und sie waren bei Uwe Boll in der Lehre. Viele andere Regisseure und Autoren haben sich in all den Jahren auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, und ob deren Filme im Vergleich zum Werk des Schreckensduos einen signifikanten Mehrwert haben, sei dahingestellt. Eines steht fest: Schlechter geht es kaum noch. Die Filme rangieren in IMDbs Bottom-100-Liste (zu Recht), und dort hinzukommen ist fast noch schwieriger, als in den Top-100-Filmen einen Platz zu finden (weil die Konkurrenz viel größer ist).
2009 gab es keinen neuen Film der beiden, und auch derzeit ist kein weiteres Projekt in Planung. Das lässt hoffen. Hoffen darauf, dass wir in Zukunft von einem weiteren Machwerk der beiden verschont bleiben, aber auch hoffen darauf, dass mit dem Geld, was Friedberg und Seltzer nicht bekommen, echte Talente gefördert werden. Alles andere wäre nämlich reine Ressourcenverschwendung.
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