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Exxasens – “Eleven Miles” (10,00 / 10)
valerie renayTake a look! http://www.youtube.com/watch?v =vViinMt156s
MEAuch hier gilt: die Version mit Bonus greifen! ‘Age Of Creation’ ist ein wunderbarer Achterbahn-Track,...
MEAuch für dieses Album gilt: die edle Digifassung mit Bonustrack ‘Tired Bones’ (lässig-schwerer...
Edguy – “Tinnitus Sanctus”
Ausverkauf
Ich fand EDGAY, öh, EDGUY immer schon scheiße, sagen wir es rundheraus. An EDGUYs neuem Album mit dem wirklich drolligen Titel “Tinnitus Sanctus” kann man sehr schön zeigen, warum solcherart Musik wirklich das Letzte ist. Ein Heavy-Riff führt uns beinahe in Versuchung, den Beginn des Openers “Ministry Of Saints” ordentlich zu finden, doch dann… setzt der Gesang von Meister Toby ein und uns wird flau. Rosa ist nicht nur die Farbe von Verführung, Piazzas am Mittag und südlichen Sonnenaufgängen, sondern leider kann es auch die von Erbrochenem sein. Was BON JOVI, MÖTLEY CRÜE oder selbst dem bemitleidenswerten BRIAN ADAMS gelingt, nämlich den Angeber fies und selbstgerecht heraushängen zu lassen und dabei sympathischerweise den Blues in der Backhand zu wissen, als Trumpf gewissermaßen, daran scheitert Sammet schon mit den ersten Sätzlein. Der zuckrige Pre-Chorus und die Sahnetorte von Refrain verschnulzen den übel geratenen Track zu einem klebrigen Brei, der auch Meister Petz kaum hintem Mammutbaum hervorlockt.
“Sex Fire Religion” bietet erneut diese pseudo-amerikanische Melodic-Rock-Variante; im Prinzip ist das schon eine zweite Version des Openers. Der Chorus ist grausam intoniert in seiner Einfallslosigkeit, makaber belanglos. 0815-Marketing. Keine Seele. Die gepressten Vocals fallen nun doch auf, hat Toby seine Eier an der Garderobe abgegeben und verwechseln die Empfangsdamen die Flummis nun mit den unförmigen Kaugummis aus den Automaten um die Ecke oder was? Auf jeden Fall quäkt Sammet ohne Sinn und Verstand, ähnlich dem Schreihals von METALIUM. “The Pride Of Creation” klimpert harmlos, flockig, nicht fleckig, eiert wie die Waschmaschine in der Schlussphase ihres Weichspülerprogramms. Die Chöre tröten soooo schrecklich, soooo unaufhaltsam gutgelaunt wie die Auswanderer vor dem endgültigen Trip nach Malle oder wie den Effenberg seine Claudia nach dem 12.000 €-Einkauf bei Hilfiger. Und so geht es weiter. Der immerfort gleiche Song wird uns in die Ohren gekleistert, Plastik, Synthesizer von Lidl, der ewig leiernde Gesang. Würde ich keinen Metal kennen und man spielte mir diese CD als genretypisch vor, dann würde ich dieser Sparte nie wieder lauschen.
Tobys zwanghaft gute Vertriebs-Laune hält an. Kopierten EDGUY früher MAIDEN, wandern sie nun zu BLIND GUARDIAN und den Kürbissen, ohne anflugweise deren Liga zu erreichen. Der Rocker von der Sitte, der bei DORO keine Chance mehr hat und der Zeit von vor 25 Jahren hinterhertrauert, die Falten tief im gebräunten Gesicht, die schwarze Lederjacke von 1982 stets bis zu den mit mehr Fett als Muskeln bewehrten Ärmchen hochgekrempelt, ihm sind diese 4/4-Takter ohne Höhepunkte vertraut; denn er erlebt längst keine mehr. Schade für ihn. Unser metallischer Bohlen mit Namen Toby inszeniert eine auf DEF LEPPARD (die fänden EDGUY auch beknackt) gemachte Plüschkulisse, in der sich jeder wohlfühlen soll; denken muss man nicht, überhaupt, die Welt ist wundervoll, super, wahnsinnig cool, nehmen wir alle mit auf die Reise, das Zeitfenster geöffnet, alles für die ehrlichen, wirklichen Fans, hallo? Sagt hier jemand, das geht gar nicht?
Das gänzlich talentfreie, unspektakuläre Opus hat keinen Blues, klar, aber auch sonst nichts, was aufhorchen ließe. Von zuviel Zucker wird jedem schlecht. Auch diejenigen, die es im Hintergrund eine Weile ertragen, werden unruhig, denn irgendwann pappt der gehaltlose Schaum zusammen. Dann wechseln unsere Vatis glücklicherweise doch zu BRIAN ADAMS, BRUCE SPRINGSTEEN oder BON JOVI. Wer intelligenter ist, zu SLADE, AEROSMITH, AC/DC, D-A-D oder anderen. Und dann wachsen auch wieder die Chancen bei DORO, die immer noch geduldig in Nähe der Theke verweilt und welche sich sicher gern von einem rustikalen, noch aktiv am Tagesgeschehen teilnehmenden Rocker schütteren Haupthaars nach Hause kutschieren lässt.

» Edguy
Format: Album Länge: 10 Songs | 53:36 Label: Nuclear Blast Release: 21.11.2008Leserwertung: Twittern
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