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The X Files: I Want To Believe (2008)

25. November 2008 | Bastian | Filmrezensionen | 228 mal gelesen

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Die Fans haben lange warten müssen, diesen Sommer war es dann endlich soweit. Nach endlosen und sicherlich auch nervenaufreibenden und ernüchternden Streitereien mit Paragraphenreitern und Rechteinhabern konnte sich Produzent Chris Carter endgültig durchsetzen, um den lange geplanten, zweiten Akte-X-Kinofilm zu realisieren. Während sich der erste Film, “Fight The Future” nahtlos in die Staffeln einfügte und die Alienmythologie weiterführte, sollte es nun um ein “motw”, ein “monster of the week” gehen. Eine Fortführung der Mythologie wäre auch ein bißchen zweifelhaft gewesen, da ja in der letzten Episode von Staffel 9, “The Truth” im Prinzip (und im wahrsten Sinne des Wortes) alles gesagt worden ist, was noch gesagt werden konnte.

Leider erfüllt “I Want To Believe” nicht die hohen Erwartungen, die man an ihn gestellt hat, und denen er sich berechtigterweise auch stellen musste. Das liegt hauptsächlich am Versagen eines von zwei Teams, nämlich den Schreibern Chris Carter und Frank Spotnitz. Deren “monster” fällt nämlich äußerst klein aus, zu klein, um damit die 104 Minuten zu füllen, die der Film dauert.

In aller gebotenen Kürze: Das FBI sucht über Dana Scully, die mittlerweile an einem Hospiz als Ärztin arbeitet, Kontakt zum untergetauchten Fox Mulder. Das rätselhafte Verschwinden einer FBI-Agentin und das Auftauchen eines ehemaligen Priesters mit psychischen Kräften stellt die Agenten vor ein Rätsel, dass nur Mulder entschlüsseln kann. Der Priester (gespielt von Ben Conolly), der zu allem Überfluß auch noch pädophil ist, führt das FBI erst zu einem säuberlich abgehackten Arm und danach zu dem Ort, an dem die vermisste Agentin offensichtlich gewaltsam entführt wurde. Im Laufe des Films erfährt der Zuschauer, dass es offenbar um illegalen Organhandel und einen Serienkiller geht, der immer wieder neue Körper für seinen Liebhaber braucht. Seinen Kopf haben russische eingewanderte Ärzte in einer privaten Waldklinik säuberlich entfernt und immer wieder auf neue Frauenleichen genäht.

Als Vorbild für die Story dient die Legende von russischen Wissenschaftlern, denen es vor etlichen Jahrzehnten angeblich gelungen sein soll, abgetrennte Hundeköpfe und sogar komplett isolierte Organe noch stundenlang am Leben zu halten. Für ein “monster” ist das schon nicht schlecht, und im Prinzip eignet sich der Stoff wunderbar für eine Episode – nur das die eben auch nur halb so lang und komprimierter verpackt ist. Der Film weiß nie richtig, welcher Linie er eigentlich folgen will und verzettelt sich in allzu vielen Details. Da wäre einerseits der bereits erwähnte Priester, dessen psychische Fähigkeiten wohl noch nicht außergewöhnlich genug waren, so dass die Macher ihm auch noch das Stigmata der Pädophilie aufgedrückt haben. Dann wäre da die Beziehung zwischen Mulder und Scully (die sich trotz Zusammenlebens wahrscheinlich aus Gewohnheit immer noch mit ihren Nachnamen anreden), die immer noch von dieser zärtlichen Distanz lebt, wie im ersten Kinofilm und den späten Episoden. Als Letztes kommt ein schwer erkrankter Junge, um den sich Scully hingebungsvoll kümmert.

Auch die vielen Details können nicht überdecken, wie schwach der Hauptplot tatsächlich ist. Dadurch kommt es zu unnötigen Längen, was wirklich schade ist, denn Team Nr. 2 – David Duchovny und Gillian Anderson – spielen wirklich brilliant. Fans der Serie kommen zumindest bei den beiden auf ihre Kosten, die Chemie stimmt sozusagen, während die Magie der alten Tage beim besten Willen nicht aufkommen will. Score-Komponist Mark Snow ist es zu verdanken, dass die wenigen spannenden Momente durch seine Handschrift verziert und auf die Spitze getrieben werden. Es ist immer mal wieder ein Hauch von Thrillerfeeling zu spüren – aber echtes Akte-X-Feeling…?

Chris Carter hat übrigens die Überlegung geäußert, beim erfolgreichen Abschneiden noch einen dritten Kinofilm drehen zu wollen, der sich dann wieder mit der Alien-Mythologie beschäftigt. Wünschenswert wäre das, bleibt nur zu hoffen, dass Carter auch nach dem mäßigen Erfolg von “I Want To Believe” noch Lust darauf hat. Notfalls müssen eben nochmal 10 Jahre vergehen.

Alt. Titel: Akte X – Jenseits der Wahrheit
» The X Files: I Want To Believe bei IMDb.com

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