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Grey Waters – “Below The Ever Setting Sun” (10.00 / 10)
Celtic Frost – “Monotheist” (10.00 / 10)
ALICE IN CHAINS – “Them Bones” (10.00 / 10)
When The Wind Blows (1986) (10.00 / 10)
Paradise Lost – “Faith Divides Us – Death Unites Us” (10.00 / 10)
Magazine
Jeanie Bryson – “Deja Blue”
Cool Ladies Of Jazz (Part III) – Willkommen in Nassau, Mr. Bond!
DIZZY GILLESPIE ist eine Legende. Nicht oft gelingt es Söhnen oder Töchtern, künstlerisch hochrangigen Eltern nachzueifern und dabei ähnlich große Klasse zu erreichen. JEANIE BRYSON, Tochter von DIZZY, ist eine solche Ausnahme. Mit einer lässigen Jazz-Stimme gesegnet, hat sie inzwischen fünf Alben veröffentlicht. Eines davon ist “Deja Blue”. Mit dem gleichnamigen Titelsong und Opener gelingt ein Einstieg, wie er besser nicht sein kann. Wenn man Felix Leiter und James Bond in Nassau begegnet, dann zu solcher Musik.
Gitarren werden sanft einlullend angestimmt, ganz die Nassauische Art. Dazu swingt ein Xylophon zu feinen Percussions; all diese Wohlklänge werden von JEANIE BRYSON genutzt, ihre Stimme entspannt wellenförmig säuseln zu lassen. Wir lehnen uns zurück und genießen Sonne, das Treiben im Wasser, die bunten Farben von Menschen und außerordentlich beschwingter Landschaft. Unsere Strandbar ist nah; der Cocktail ist süß, schwer von Alkohol und dennoch macht uns diese Mischung leicht, verträumt. » ganzen Artikel lesen
Bersarin Quartett – “Bersarin Quartett”
Der Soundtrack für die längsten Tagträume
Nikolai Bersarin ist seit einigen Jahren wieder Ehrenbürger Berlins, weil der einstige russische Generaloberst dafür sorgte, dass aus dem Trümmerhaufen wieder so etwas wie eine Stadt wurde. Das vermutlich nach ihm benannte BERSARIN QUARTETT ist allerdings kein Musikerensemble sondern ein Alter Ego des Münsteraner Thomas Bücker, der schon seit Jahren als “Jean Michel” experimentelle Beats und Breaks produziert, die Plattenteller drehen lässt und auch schon BJÖRK remixt hat. Mit tanzbaren Rhythmen hat das selbst-betitelte Debüt indes wenig zu tun, denn hier gibt es Musik für’s Kopfkino. Der Ansatz ist zwar nicht neu, aber inwieweit die Vorstellungskraft des Hörers angeregt wird, hängt eben stark von der Klangkulisse ab, die ihm geboten wird. Viele Werke mit diesem Anspruch sind eher Freifahrtscheine ohne genauen Fokus. Das Faszinierende an Soundtracks und Scores ist natürlich die immense Freiheit, das Losgelöstsein von Verbindlichkeiten wie Songs oder Tracks, festen Schemen und Strukturen. Und doch folgen sie einer Linie, einem Erzählstrang, und genau hier offenbaren sich die hohen Qualitäten von “Bersarin Quartett”. » ganzen Artikel lesen
VAST – “Me And You”
Musik für den Supermarkt
Nachdem Jon Crosby im Jahre 2004 das sehr geniale Album “Nude” veröffentlichte, er seiner Drogensucht abschwor und insgesamt etwas zurückgefahren hat, sollte es lange dauern, bis endlich wieder ein Album seiner Band VAST veröffentlicht wird. Zwischendurch gab es mit “Turquoise & Crimson” ein Release, worauf alternative Versionen bekannter Tracks zu finden sind, danach erschien 2007 “April” und man bemerkte bereits hier eine Veränderung in der Musik VASTs, die sich auf “Me And You” noch stärker herauskristallisieren sollte. » ganzen Artikel lesen
Whirling – “Faceless Phenomena”
Leicht verschrobene Schwarzmetallkost
Wohin mit all den Ideen, die beim Schreiben eines neuen Albums beim besten Willen nicht zum restlichen Material passen wollen? Die Masterbänder im LP-Format oder Berge von DAT-Kassetten gibt es nicht mehr, heute landet das Meiste davon bequem auf handlichen Festplatten. Und dort versauert es entweder, oder sieht am Ende doch noch das Licht des Tages (oder das Dunkel der Nacht). Die schwedischen WHIRLING haben solches Material einige Zeit ruhen lassen. In der Band sind auch Mitstreiter der vor kurzem verblichenen ARMAGEDDA und BERGRAVEN, und die meisten Stücke sind bereits vor sechs Jahren geschrieben worden, also in einer Zeit, in der “Ond Spiritism: Djæfvulens Skalder” und “Fördärv” entstanden. Ganz so angeschwärzt geht es auf “Faceless Phenomena” nicht zu, dafür schon eher in die experimentelle, post-moderne Richtung. » ganzen Artikel lesen
Francisco López – “La Selva”
Vögel, Insekten und Regen
FRANCISCO LÓPEZ war mir vor dem Hören dieses Albums kein wirklicher Begriff. Nachdem ich mich im Web ein wenig über ihn kundig gemacht habe scheint es wohl so, als ob der Spanier ein angesehener Mann in der experimentellen Szene ist. Er hat mittlerweile über 200 Veröffentlichungen auf dem Kerbholz und startete seine Release-Karriere irgendwann in den 80ern. Neben regulären CDs veröffentlicht er auf Vinyl, DVD und macht reine Web-Releases; ein Mann also, der alle Wege nutzt, um seine Ideen dem geneigten Hörer zugänglich zu machen. » ganzen Artikel lesen
Diana Krall – “Quiet Nights”
Cool Ladies Of Jazz (Part II) – Autumn Rain in New York
Cooler als es das New York City Police Departement erlaubt, flüstert, haucht und wispert sich DIANA KRALL durch ihr Album “Quiet Nights”. Ihr klassisches Klavierspiel arrangiert sie diesmal ergänzend, als Farbtupfer; auch die stets präsenten Streicher schweben gleichsam um ihre charismatische Stimme, welche gerne den Bossa Nova zum melancholischen Leben erweckt.
Die Herzdame von ELVIS COSTELLO wollte ja ein Album produzieren, das im Gegensatz zu den letzten Veröffentlichungen in erster Linie zugänglich, verträumt, erotisch tönen sollte. Ein wenig Konsensattitude kann man der guten Frau dabei nicht absprechen, denn sehr gefällig, beinahe glatt und anschmiegsam sind die Kompositionen geraten. Dennoch, und darin liegt die Kunst, handelt es sich hier nicht um mit holzschnittartigen Jazz-Standards versehene Weltmusikelemente oder Musik zum “Abchillen”, wie sie der narzistische Clubbesucher mit seiner blondierten in Affekten befangenen Begleitung gerne vernehmen möchte. » ganzen Artikel lesen
Three Fish – “The Quiet Table”
Ruhige und behagliche Klänge
THREE FISH war das Projekt von drei sehr ambitionierten, namhaften Musikern. Jeff Ament (PEARL JAM) bediente den Bass, diverse Gitarren, Keyboards und steuerte Gesang dazu. Robbi Robb (TRIBE AFTER TRIBE) kümmerte sich ebenfalls um die Gitarren, übernahm Percussions, Piano und einige Drum-Spuren und verlieh der Musik seine ausdrucksstarke Stimme. Der Dritte im Bunde war Richard Stuverud (FASTBACKS), hauptverantwortlich für die Drums und Percussions. Zudem übernahm er das Saxophon und einige Vocals. » ganzen Artikel lesen
Peter Gabriel – “Scratch My Back”
Ein Coveralbum im Klassikgewand
Der ehemalige Prog-Kaiser hat eine wunderbare Idee gehabt, nämlich ein Coveralbum einzuspielen und den Songs einen neuen, klassischen Anstrich zu verpassen. Aber Spaß beiseite; wie originell und neu diese Idee ist, brauche ich hier jetzt sicher nicht ausführen, denn es dürfte einleuchten, dass PETER GABRIEL mit dieser Idee um mindestens 20 Jahre zu spät kommt und das Thema Coveralbum bereits zur Genüge ausgereizt ist. Zusätzlich mischt sich ein bitterer Beigeschmack rein, denn wenn man bedenkt, wie lange der Meister für seine Veröffentlichungen braucht, bzw. wie viel Zeit zwischen den Releases vergehen, ist es nicht nur erstaunlich, sondern regelrecht enttäuschend, dass wir es hier nur mit einem Coveralbum zu tun haben. » ganzen Artikel lesen
Madeleine Peyroux – “Bare Bones”
Cool Ladies Of Jazz (Part I) – Downtown
Gut, man kann so mancher Grand Dame des Jazz, nehmen wir beispielhaft NORAH JONES, DIANNE REEVES oder DIANA KRALL mit den zuletzt veröffentlichten Alben durchaus vorwerfen, allzu relaxt im angenehmen Frühlingswinde des Zeitgeistes (”smooth”) mitzuschweben. Auch MADELEINE PEYROUX ist keineswegs gefeit davor. Die US-amerikanische Sängerin aus Athens, Georgia, versteht es wie keine zweite, nach Art von Billie Holiday zu phrasieren und ihren Songs diesen schwermütigen sehnsuchtsvollen Swing der Vierziger Jahre zu verleihen.
“Bare Bones”, bedeutet das nun die Rückkehr zum Wesentlichen? Die Antwort muss ambivalent ausfallen. Denn wie die oben genannten Sängerinnen setzt MADELEINE PEYROUX auf sanfte Klänge, eine Atmosphäre lässiger Entspanntheit: Anecken ausgeschlossen, könnte man auch sagen. » ganzen Artikel lesen
Jodis – “Secret House”
Avantgarde zum Meditieren
JODIS ist ein neues, experimentelles Projekt von James Plotkin (u.a. KHANATE, KHLYST, O.L.D.), Aaron Turner (u.a. ISIS, OLD MAN GLOOM, GREY MACHINE) und Tim Wyskida (u.a. KHANATE, BLIND IDIOT GOD) und die Jungs versuchen sich an deutlich harmonischeren Klängen als noch zuvor bei KHANATE oder KHLYST. Während bei KHANATE eher eine Art Todesstimmung in der Luft hing, regierte bei KHLYST das pure Chaos; JODIS hingegen ist so etwas wie Ambient geworden, nur nicht mit Keyboards und Samples hergestellt, sondern mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang. » ganzen Artikel lesen
Marissa Nadler – “Little Hells”
Sensibel und schwermütig
Die amerikanische Künstlerin MARISSA NADLER hat eine interessante Wandlung hinter sich. Sie startete ihre künstlerische Expression als Malerin und wandelte im Laufe der Zeit zur Musikerin. Sie vertont nun kleine Geschichten und verschönert sie mit ihrer beeindruckend ergreifenden und sensiblen Stimme. Sie haucht, jauchzt und singt eine melancholische Form der Sehnsucht in ihre Songs, die einerseits durch simple aber auch gezielt stimmungsaufbauende Arrangements getragen werden. Manchmal erinnert ihre Stimme an Hope Sandoval von MAZZY STAR, allerdings ohne die Gefahr als Plagiat abgestempelt zu werden, denn dazu hat sich MARISSA NADLER in den letzten Jahren viel zu sehr in ihre eigene Richtung und Ausdrucksform entwickelt. » ganzen Artikel lesen
Sigh – “Scenes From Hell”
Im Dorfzirkus
Die Japaner SIGH werden von einigen als Kult verehrt. Die Musik dieser Band als irr zu bezeichnen wäre noch geschmeichelt. Egal, ob Avantgarde, Jazz, Klassik, Black Metal, Rock oder Schlager, alles was Verwertbarkeit für hektisches Songmaterial mit poppiger Schlagseite verspricht, wird durch das grobmaschige japanische Sieb gegossen und heraus kommt ein Soundbrei, welcher von so manchem als innovativ angesehen wird. Von mir nicht.
Sicher, die Verwendung eines Saxophones, Zirkusmusik, Rummel in jedem Track, dazu regelmäßig Wendungen ins Klamaukhaft-Lächerliche, das lässt aufhorchen. Allerdings nicht interessiert, sondern weil man auf schnellstem Wege skippen möchte. Denn SIGH werfen alles in ihren Sandkasten, ordentlich Sand drauf, das Bobby Car dazu und fertig. Sandburgen ist jedoch im Normalfalle keine allzu lange Lebensdauer beschieden; schnell bröckeln sie und bekommen Risse. Die Einsturzgefahr ist immer nah, gehört zum Spiel. » ganzen Artikel lesen
Grey Waters – “Below The Ever Setting Sun”
Fantastisches Rockdebüt!
Einfach unglaublich. Der riesige australische Höllenpfuhl, aus dem Bands wie NAZXUL, AUSTERE und PESTILENTIAL SHADOWS hervorgegangen sind, hat eine weitere Band geboren. Und immer wieder lassen mich diese Bands ratlos und staunend gleichermaßen zurück. Neben ziemlich vermurksten Veröffentlichungen á la WOODS OF DESOLATION und viel Mittelmaß zwischendurch schafft es das musikalische Kollektiv, immer wieder kleine Perlen zu produzieren. Nun ist zwar nicht jeder Musiker gleichermaßen in allen Bands, die man bald nicht mehr an zwei Händen abzählen kann, beteiligt, aber die Qualitätsunterschiede sind doch enorm.
GREY WATERS rangieren in der Skala ganz weit oben, und dürften eine der ersten Überraschungen dieses Jahres werden. Wer ein Ohr für KATATONIA, AUTUMNBLAZE oder ANATHEMA hat, der kommt an dieser Platte einfach nicht vorbei! » ganzen Artikel lesen
HIM – “Screamworks: Love In Theory And Practice”
Kaufhausmusik oder kecker Geck
HIM hat oder sollte ich sagen haben zurückgefunden auf plüschige Pfade. Na gut, eigentlich haben HIM selbige nie verlassen. “Venus Doom” war vielleicht mit etwas mehr schwarzer Spitze versehen; doch mit dem neuen Opus “Screamworks: Love In Theory And Practice” befinden wir uns inmitten einer Hochzeitszeremonie, welcher ist dabei egal, schwarz, glänzend, eitel der Bräutigam, schneeweiß hingegossen die Herzdame, dazu rosige Girlanden, Kutschen, Bankette, rote Rosen, Laudatio, Glöckchen. Es werden uns 13 nahezu identische Songs aufgeboten, die Öhrchen warm zu halten. Und im Gegensatz zum Vorgänger “Venus Doom” (welcher ja auch alles andere als Überflieger-Qualitäten aufwies) will es dem finnischen Weichspüler diesmal überhaupt nicht mehr gelingen, einigermaßen intelligent arrangierte Melodien dynamisch in geradlinige Songs einzubetten. » ganzen Artikel lesen












