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La Belle Verte (1996) (10,00 / 10)
Siiiii – “Ancient” (10,00 / 10)
The Eternal Fall – “Emptiness Vol. 1 & 2″ (9,50 / 10)
TobiasHallo Bastian, vielen Dank für die geniale Beschreibung ! Finde ich extrem passend ausgedrück und geht auch in...
MEDas hymnische, kratzige, sehr melancholische ‘Atter Pä Malmtings Blodige Voll’ (welches durchaus an...
MattDas Album ist durchaus etwas anders als der/die Vorgänger. Elektrolastiger und nach meinem Empfinden auch...
Magazine
Susanne Sundfør – “The Brothel”
Norwegische Leichtigkeit und Mystik
Die norwegische Zeitung “Dagbladet” soll geschrieben haben, dass andere junge Künstler weinen müssten, wenn sie Susanne Sundfør hören. Wenn schon Norwegens aufstrebende Musikergeneration in Tränen ausbricht, dann müssten im Popstars-verseuchten Deutschland sämtliche Brücken geschlossen und der Verkauf von Barbituraten verboten werden. Ganz im Ernst, so gut ist junge Multiinstrumentalistin und Sängerin aus dem beschaulichen Haugesund.
Sundfør hat eine klassische Ausbildung genossen, die sie mittlerweile so gut kaschiert, dass einem beim Hören nur der Mund vor Erstaunen offenbleibt. 
Sonar Lodge – “Sound Effects & Side Effects”
Lässig und cool wie John Barry im Aston Martin
STRANGE ATTRACTOR sind nicht komplett ohne SONAR LODGE, dem Duo-Projekt von Richard und Marie. Die Rezeptur und Einflüsse sind ähnlich, machte doch “Sound Effects” ursprünglich den Anfang, bevor es mit STRANGE ATTRACTOR dann erstmal richtig jazzig wurde.
Bei SONAR LODGE dagegen regieren vor allem die Beats. Trip-Hop, Scratches, Downtempo und dazu Richards Sammlung bewährter Synthesizer aus dem Hause Korg und Moog ergeben zusammen mit dem Soul von Marie eine beeindruckende Mischung. “No Words” oder “L.O.V.E.” sind da nur zwei spontane Anspieltipps einer äußerst vielseitigen Platte, die so gut ist, dass sie selbst MASSIVE ATTACKs Klassiker “Blue Lines” locker in die Tasche stecken könnte. 
Strange Attractor – “Everything Is Closer” / “Mettle”
Niederländische Jazz-Soundtracks
Als Fan der deutschen Industriallegende (ich erhebe sie einfach mal in diesen Status) PHALLUS DEI war ich vor vielen Jahren natürlich daran interessiert, was die Herren sonst noch treiben, wenn sie schon keine neuen Alben unter diesem Namen aufnehmen. Und wie der Zufall es so wollte, stieß ich wenig später auf ein Projekt, welches meine Durststrecke nach dem Verschwinden von Matt Coopers OUTSIDE beendete: STRANGE ATTRACTOR.
Der Name liebäugelt mit Mathematik und Chaostheorie, die Songtitel bisweilen mit Psychologie. Von kalten, maschinellen Klängen ist hier unter den Händen von Richard Van Kruysdijk und Niels van Hoorn jedoch nichts zu spüren, aber die Synthesizer sind quicklebendig. 
Sonores – “Elefanten”
Schwebende Schweden
Verschwende Sonntags deine Zeit. Bleib liegen oder sitzen, lass alles stehen. Hol dir barfuß die Natur ins Wohnzimmer und hör dir dieses Album an. Was das schwedische Trio hier bespielt und besingt, ist eigentlich nebensächlich. Irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass ‘Elefanten’ ein altes, schwedisches Kriegsschiff war. Die Grauhäuter tragen übrigens den gleichen Namen. Die Wirkung ist weniger massiv und schwerfällig, sondern lädt zum Schwelgen ein, frei von Pflichten und Terminen.
“Elefanten” ist ein Sammelsurium akustischer Klänge und kleinen elektronischen Spielereien, die von Anfang an klassische Genregrenzen überschreiten. Ist es Rock? Ist es Ambient? Was die drei mit Piano, Harfe, Saxophon, Streichern und Gitarren hier auf Konserve gebannt haben, ist vor allem bezaubernd. 
The Eternal Fall – “Emptiness Vol. 1 & 2″
Neuauflage im Doppelpack
Ein Doppelalbum für Hartgesottene oder Die-Hard-Fans. Oder solche, die es werden wollen. Mit der Neuauflage der beiden “Emptiness”-Alben, die wie ihre Vorgänger komplett in Eigenregie auf CDr veröffentlicht worden sind, können die Spanier THE ETERNAL FALL nun endlich auch ein größeres Publikum, über die Landesgrenzen hinaus, ansprechen. Wer sich wie die Band eher in der Vergangenheit wohlfühlt, könnte schnell Gefallen an der Band finden. Wenn Darkwave, Post-Punk und gothic-rockende Melancholie sich harmonisch vereinen, dann ist man hier an der richtigen Adresse. 
Kimota! – “Kimota!”
Netter Versuch
Bei KIMOTA! handelt es sich um ein italienisches Post-Rock-Projekt, das sich am Feeling und auch am Sound von EXPLOSIONS IN THE SKY orientiert. Zwar klingen KIMOTA! nicht durchgängig gleich, die Tendenzen sind aber unüberhörbar. Über Sinn und Zweck von Nachahmern möchte ich hier jedoch nicht sinnieren, sondern versuchen herauszufinden, ob es sich trotz aller Ähnlichkeiten lohnt, KIMOTA! mehr Beachtung zu schenken, als ihnen bislang zuteil wurde. Heutzutage lässt sich ohnehin nicht mehr etwas eindeutig frisches und ungehörtes herstellen, alles wurde in selber oder ähnlicher Form schon einmal gehört. Die Frage ist nur, ob die Qualität stimmt und ob die Band rein musikalisch sowie kompositorisch etwas zu sagen hat oder in der Langeweile oder schlimmstenfalls unter dem Mittelmaß verschwindet. 
Niggas With Guitars – “Ethnic Frenzy”
Klangcollage als Prinzip
Obskurer Humor für obskure Musik. Liest man NIGGAS WITH GUITARS, wirkt das erstmal wie ein mentaler Stolperstein. Dazu kursieren verballhornende Fotocollagen im Netz, und einige Coverartworks lassen erkennen, dass es sich bei den ominösen Gitarren auch gern mal um schußgewaltige Bordkanonen handelt, mit denen man den Dschungel umpflügen kann. Einen echten Zusammenhang aber scheint es nicht zu geben, weder vom Namen zur Musik, noch zum Artwork oder den einzelnen Titeln. Die Collage ist also nicht nur visuell, sondern das Prinzip. 
Siiiii – “Ancient”
Debüt mit zwei Generationen Verspätung
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen – wenn dir nichts anderes dazwischenkommt. Bei SIIIII verhinderte das vorzeitige Ableben der Band ein bleibendes Zeugnis ihrer Arbeit, welches nun dank einiger glücklicher Fügungen mehr als 20 Jahre später doch noch erscheint. SIIIII sind Paul Devine und Angie und Mark Holmes, die in den frühen 80ern in Sheffield aktiv waren. 1986 zerbrach das Trio, erst 2006 sollten erste Aufnahmen das Licht der Welt erblicken.
Auf dem Weg zur Wiedererweckungen waren vor allem der Autor Mick Mercer und Oliver ‘DJ Cyberpagan’ vom Death Rock Magazin behilflich, unter seiner Ägide entstand dann auch die Zusammenstellung archivierter Aufnahmen mit dem passenden Titel “Ancient”. 
The Lazarus Project (2008)
Leben um zu Sterben. Sterben um Aufzuerstehen. Wer seine Bibeltexte gut kennt, dem wird der Titel dieses Dramas vermutlich zuviele Hinweise geben, aber ohnehin bemüht sich der Film nicht um große Geheimnisse.
Dennoch fängt die Geschichte gut an: Ben Garvey hat eine längere Haftstrafe und damit auch seine kriminelle Vergangenheit hinter sich gebracht. Zumindest glaubt er das, weil zuhause Frau und Tochter auf ihn warten, und er zudem in einem Holzverarbeitungsbetrieb gute Arbeit findet.
Doch das Schicksal will es offenbar anders: Seinen Job verliert er unverschuldet, und dann kann ihn sein alter Kumpel zu einem Einbruch überreden. Was als gewaltfreie, todsichere Angelegenheit geplant war, endet in einem tödlichen Fiasko – und Ben steht plötzlich als Dreifachmörder da. Sein Leben, seine Träume – alles vorbei, und am Ende wartet die Giftspritze. 
Moniker – 5 EPs
Not your everyday dubstep
Wenn man sich so anschaut, was selbst noch aus der Myspace-Gosse derzeit an elektronischem Schrott an die Oberfläche drängt, möchte man meinen, Dubstep war schon tot, bevor er überhaupt populär wurde. Vor etwas mehr als zehn Jahren begannen die ersten britischen Undergroundkünstler Dub, 2-step und Garage zu vereinen, mittlerweile ist das meiste unter diesem Banner veröffentlichte Material einfach nur noch einfallslos, primitiv und nervtötend. 5secondfilms haben das ganz wunderbar in ihrer Kurzfilmreihe “Everyday Dubstep” zusammengefasst.
Lange Vorrede, kurzer Sinn: Es braucht mehr als nur die ewig gleichen Dubbeats und Wobbelbässe. Einige Künstler wie VEX’D haben das bereits vor einiger Zeit erkannt, und sich von den Klischee-Trademarks verabschiedet. Meine persönliche Neuentdeckung kommt allerdings nicht aus dem Geburtsland Großbritannien sondern aus den USA: MONIKER. 
Danny Katz – “Japanese Satellites”
Nostalgia Pop Rock mit Herz
Danny Katz ist ein hoffnungsloser Romantiker. Das bezeugt er nicht nur selbst, das hört man auch, wenn man sich mit seinem Album “Japanese Satellites” beschäftigt. Der Multiinstrumentalist, der in New York und Tokyo weilt, frönt darauf seiner Vorliebe für verträumte Pop-Rock-Nostalgie mit modernem Touch. Wenn er nicht gerade R&B-Hits zu Folk-Songs umarrangiert, schreibt er eigene Stücke zwischen Chanson, Indie, Folk und Pop. Sowohl bei den rockigeren wie auch seichteren und immer eingängigen Stücken schwingt immer ein Stück vom Radiokanon der 80er Jahre mit. Nicht altbacken, und immer mit einem modernen Touch. 
El Sicario, Room 164 (2010)
Ein Mann, eine Maske, ein Notizblock. In einem Hotelzimmer unweit der mexikanischen Grenze erzählt ein Mann mit klobigen Händen seine Lebensgeschichte. Den Drogenkartellen in der Ciudad Juarez ist diese Geschichte 250 000 Dollar Kopfgeld wert, denn es ist die eines Auftragskillers, der in 20 Jahren vorgeblich mehrere hundert Menschen ermordet hat. Für Kartellbosse, für Drogen, für Geld – und ein Leben auf der Flucht.
Der namenlose, maskierte Killer spricht ruhig über seine “Arbeit”, über seine Mitgliedschaft in der mexikanischen Polizei, über Training beim FBI und die Korruption, die das Land in Geiselhaft hält. In Juarez sterben täglich über 18 Menschen durch den Drogenkrieg, dem nicht einmal das Militär Einhalt gebieten kann. Je höher gerüstet sich der Staat zu wehren scheint, desto heftiger fällt die Antwort aus. 
The Exploding Boy – “The Black Album”
Vertraute Post-Punk Klänge
Mit den schwedischen THE EXPLODING BOY hatte ich bisher noch keine Erfahrungen gemacht, dabei ist “The Black Album” bereits das dritte Album des Quartetts aus Stockholm. Ihre Single “Human” ist jedenfalls in die hiesigen Alternative Charts “explodiert” und man hört auch schnell, warum, setzt der überaus eingängige Song doch vertraute Segel Richtung “Love My Way” von den PSYCHEDELIC FURS. Nicht nur ihnen, sondern auch bekannten Größen wie THE CURE oder HUMAN LEAGUE wird auf der Platte gehuldigt, die im gleichen Moment auch fest in der Moderne steht, in der Namen wie INTERPOL als erstes fallen. 
Vektor – “Outer Isolation”
Fast and furious they ride the universe
Zum Jahresende 2011 gibt es mit VEKTORs “Outer Isolation” noch einmal ein richtig gutes Metal-Album zwischen all dem plakativen Promo-Gedöns, welches sich hier ungut stapelt. Die US-Boys hatten ja schon mit ihrem Debüt “Black Future” voll überzeugt und diese so gute Melange aus Achtziger-Speed Metal in Kombination mit langen, verwinkelten Songs, Black Metal-Attitüde und atmosphärischen Gitarrenparts wird glücklicherweise beibehalten. Vielleicht gehen sie etwas kontrollierter zu Werke als vor zwei Jahren, dennoch sind sie genauso gut. Immer noch werden wir von den Leads her angenehm an SAVAGE GRACE, VOIVOD, alte MAIDEN, KREATOR, HEIR APPARENT oder GRIFFIN erinnert, nur sind VEKTOR härter, schneller, vielseitiger und der Gesang, man muss es sagen, könnte PRIEST-Maniacs so zusagen wie Schwarzmetalljüngern. 







